Heilandkirche

Neue Orgel in Mehlem hat mehr als 1400 Pfeifen

Die Heilandkirche in Bad Godesberg.

Die Heilandkirche in Bad Godesberg.

Mehlem. Die Gemeindeversammlung der evangelischen Heilandkirche in Mehlem hat sich für den Bau einer neuen Orgel ausgesprochen, die mehr als 1400 Pfeifen hat. Eine Firma aus Freiburg soll das 400.000 Euro teure Instrument herstellen.

Mehlem. Das wohlgehütete Geheimnis, wie die künftige Orgel in der evangelischen Heilandkirche aussehen soll, ist gelüftet: Auf der Gemeindeversammlung, die sich nur um dieses Thema drehte, verkündeten Pfarrer Klaus Merkes, Kantor Julian Hollung und Thomas Klingenheben vom Presbyterium, dass der Auftrag an die Freiburger Orgelbaufirma Späth gegangen ist. Die hatte nicht nur mit ihrem guten Ruf gepunktet, sondern auch mit einem Vorschlag, der eigentlich nicht den Vorgaben der Gemeinde entsprach.

Denn, so erklärte Hollung, der Orgelausschuss unter Klingenhebens Vorsitz musste für die Ausschreibung definieren, wie man sich die Orgel grob vorstellte. Danach sollte sie im hinteren Bereich vor den Kirchenfenstern auf dem Boden angebracht werden. Die Firma Späth hatte dazu auch einen Vorschlag gemacht, aber auch noch ein alternatives Konzept mitgeliefert. „Das war viel besser“, sagte Hollung. Denn es sah vor, dass die Orgel mit einem Stahlgerüst über den Fenstern angebracht werden soll. Und da die Rückwand ohnehin ein Provisorium aus schalldämpfenden Platten war, die wegen dahinter liegender Feuchtigkeit inzwischen schwarz angelaufenen sind, fand man diese Lösung ideal. So hat der Spieltisch unter der Orgel Platz, ebenso wie womöglich ein Chor.

Es soll eine Universalorgel mit 1402 Pfeifen sowie Haupt- und Schwellwerk werden. „Da muss für alle Stimmungen etwas dabei sein“, sagte der Kantor. Mit der neuen Orgel werde man „im Klang baden“. Sie kostet rund 400.000 Euro, die Hälfte davon möchte die Gemeinde über Spenden finanzieren, sagte Klingenheben. Dafür sollen Pfeifenpatenschaften ausgegeben werden: Die kleinsten Pfeifen kosten 50 Euro, die größten 2000 Euro.

Die Gemeindeglieder waren angetan, Ingeborg Stammler fand besonders gut, „dass die Fenster frei bleiben“ und dass unter der Orgel noch Platz sein wird. Erika van Norden war die erste, die sich Patenschaften für Pfeifen sicherte, eine größere für sich und fünf kleine für die Enkel. Eine ältere Teilnehmerin hoffte, dass sie den Klang dieser Orgel noch erleben werde. Denn das ist der Wermutstropfen: Laut Hollung hat der Orgelbauer noch weitere Aufträge, sodass die Orgel wohl nicht wie gewünscht in zwei Jahren, sondern erst 2021 eingeweiht werden kann.