Kommentar zum Netto in Niederbachem

Merkwürdige Hängepartie

Nur der Bauzaun am brachliegenden Gelände an der Konrad-Adenauer-Straße verrät, dass hier gebaut werden soll.

Nur der Bauzaun am brachliegenden Gelände an der Konrad-Adenauer-Straße verrät, dass hier gebaut werden soll.

Wachtberg-Niederbachem. Die Baustelle für den Netto-Markt in Niederbachem ruht weiter. Laut einer Sprecherin der mit dem Bau beauftragten Firma Ratisbona Handelsimmobilien befinden sich die „neuen Pläne in der Endabstimmung mit weiteren Beteiligten und den Behörden“.

Der Cap-Markt Niederbachem ist seit zweieinhalb Jahren zu, und noch immer ist kein Ersatz in Sicht. Die Bürger hoffen bisher vergeblich auf einen neuen Netto-Markt, um wieder Lebensmittel im Ort einkaufen zu können. Dabei ist Niederbachem im Einzelhandelskonzept der Gemeinde klar als Standort benannt, um die Kaufkraft in Wachtberg zu binden oder sogar zu erhöhen.

Genau hier liegt das Problem. Während im nahe gelegenen Lannesdorf gerade das nächste Einkaufszentrum hinter der Gemeindegrenze geplant wird, tut sich auf dem Grundstück an der Konrad-Adenauer-Straße seit Monaten nichts. Diese merkwürdige Hängepartie kann dazu führen, dass die Niederbachemer sich andere Einkaufsmöglichkeiten suchen und von ihren Gewohnheiten dann auch nicht mehr abrücken.

Auch im „laufenden Beweissicherungsverfahren“ wäre es deshalb wichtig, eine klare Perspektive für den Ortsteil aufzuzeigen und zumindest den voraussichtlichen Baubeginn zu benennen. Dem normalen Bürger erschließt sich nämlich nicht, warum es möglich ist, kilometerlange Tunnel durch die Alpen zu bauen, aber bei einem vergleichsweise unspektakulären Wachtberger Hanggrundstück offenbar größere Probleme auftreten.