Fußballturnier in Bad Godesberg

Legenden im Sportpark Pennenfeld

Die Hobby-Kicker der Bonner SG sowie ehemalige Profis wie Carsten Ramelow, Ivan Klasnic und Dariusz Wosz.

Die Hobby-Kicker der Bonner SG sowie ehemalige Profis wie Carsten Ramelow, Ivan Klasnic und Dariusz Wosz.

Bad Godesberg. Die SG Zapalia hat beim "Fußballwunder" ein Spiel gegen ehemalige Profis gewonnen. Und Fußballer wie Carsten Ramelow, Ivan Klasnic und Dariusz Wosz gaben sich im Sportpark die Ehre.

"Es steht nur noch 3:12", meldete der Stadionsprecher. Da hatten die Spieler der Betriebssportgemeinschaft Zapalia gerade ihr drittes Tor gegen die Legendenmannschaft von Peter Neururer geschossen, immerhin! Das Spiel am Samstagnachmittag auf dem Sportplatz Pennenfeld ging am Ende 4:14 aus, aber das Ergebnis war nebensächlich: Für die Hobby-Kicker von der Bonner SG war das Besondere, dass sie gegen ehemalige Fußballer wie Carsten Ramelow, Ivan Klasnic und Dariusz Wosz antreten durften.

Dieses Spiel hatten sie beim "Fußballwunder" gewonnen, das die Barmer GEK zusammen mit der HUK Coburg seit 2012 ausrichtet. Dort können sich Mannschaften anmelden und gegeneinander spielen. Für jedes Tor, das dabei fällt, geht 1 Euro an eine von drei Stiftungen, die Gerald Asamoah, Christoph Metzelder und Neven Subotic jeweils zur Unterstützung von Kindern gegründet haben. Derzeit sind 1180 Teams von Betriebssportmannschaften, Studenten und Schülern angemeldet. Damit ist das "Fußballwunder" das größte Turnier Deutschlands. 

Laut Jörg Schmitt, Teamchef von Zapalia, ging es auch darum, welche Mannschaft die meisten anderen zum Mitmachen motiviert. "Das waren wir." Deshalb kamen die "Legenden" am Samstag nach Pennenfeld. "Es ist schon ein Erlebnis, wenn man gegen Leute spielt, die man sonst nur im Fernsehen sieht", sagte Schmitt. Seine Spielphilosophie: "Jedes Tor von denen bedeutet Ballbesitz für uns." Und Teamkollege Ralph Achenbach hoffte, "dass wir uns noch ein paar Tricks von den alten Hasen abgucken können".

Eine ausgefeilte Taktik hatte Legendentrainer Neururer zu Beginn nicht - er kenne ja den Gegner nicht. "Meine Vorstellung ist aggressives Pressing, nicht Ballbesitz-Fußball." Außerdem musste er ja erst mal schauen, welche Optionen er durch die anwesenden Spieler hatte. "Ich freue mich, dass ich ehemalige eigene Spieler dabei habe", so der frühere VfL-Bochum-Coach. Neben Wosz spielten Peter Peschel, Giovanni Federico, Peter Közle und Kai Michalke dort.

 

Nicht alle waren gekommen: Für Ansgar Brinkmann lief Christian Claaßen auf, der unter anderem in Oldenburg und Osnabrück gespielt hat, und das Trikot von Edgar "Euro-Eddi" Schmitt trug Yannik Becker vom VfB Linz. Eine Spielerlegende ist er mit seinen 21 Jahren noch lange nicht: Der Physiotherapeut aus dem Team von Andreas Stommel vom Bonner Zentrum für Ambulante Reha in Pützchen sprang spontan ein. Eine große Ehre: "Da sind ein paar Spieler bei, die meine Idole waren, als ich kleiner war." 

Einen Aufreger gab es zum Schluss: Nach Foul durch eine Legende im Strafraum gab der Schiedsrichter Elfmeter und zeigte Klasnic wegen Meckerns die Gelbrote Karte. Den Strafstoß schoss die einzige Frau auf dem Platz: Katharina Trzcinski von Sporting Bonn traf allerdings nur die Latte.

Viele Zuschauer blieben bei dem Regenwetter lieber zu Hause und schauten die Europameisterschaft. Wer die gewinnt? Deutschland natürlich, sagten die Teilnehmer. "Die Hoffnung stirbt zuletzt", scherzte Schmitt. Neururer war der Ansicht, "dass wir als Weltmeister den Anspruch haben müssen, auch Europameister zu werden". Dieser Meinung war auch der stellvertretende Barmer-Vorsitzende Jürgen Rothmaier. Es sei noch Luft nach oben bei der deutschen Nationalmannschaft. "Der Sturm sollte sich noch finden."