Weihnachtsmärchen in der Stadthalle

Kleines Theater fesselte das junge Publikum

Aufregung auf der Bühne: Die Schauspieler begeistern die Kinder mit dem Stück "Der gestiefelte Kater".

BAD GODESBERG. Ach, Du guter Hans. Da trifft der bettelarme Müllerssohn (Moritz Bürkner) im adventlichen Märchenspiel des Kleinen Theaters unverhofft auf eine richtige Prinzessin (Madline Gerhard). Und dann weiß der wackere junge Mann vor dieser liebreizenden Königstochter mit Namen Rosemarie doch vor Stottern kaum mehr etwas zu sagen.

Wie gut, dass Hans seinen Freund, den wendigen und klugen gestiefelten Kater (Cheryl Angelika Baulig), an der Seite hat. Der hilft ihm nämlich aus jeder noch so brenzligen Situation heraus und wird für ihn sogar zuletzt noch das Herz der holden Rosemarie erobern. "Jetzt lach` doch endlich wieder. Wir haben nichts zu essen und kein Geld. Und trotzdem geht es uns gut," weiß der quirlige Kater in diesem Stück von Walter Anders nach dem Märchen der Brüder Grimm selbst dem Hans wieder gute Laune zu machen.

Wenn Kater Puss mit den roten Stiefeln schnurrend über die Bühne wirbelte, dann flogen dem munteren Kerlchen ohnehin sofort die Herzen aller Kinder in der Stadthalle zu. Denn obwohl die kleinen Zuschauer am Samstag hörbar Anfangsschwierigkeiten hatten, sich auf längere Spielszenen zu konzentrieren, waren sie immer dann gebannt mit dabei, wenn sie wie beim Kasperle-Theater mitreden konnten. "Vorsicht, der zottelige Zauberer Hopp (Lorenz Anders) hat den Mühlstein, das einzige Hab und Gut des biederen Hans, unsichtbar gemacht", schallte es durch die Stadthalle. Doch der Ruf verhallte ungehört: Schon stolperte jeder der Mitspieler einmal darüber.

Und die gesamte Stadthalle bebte, die Kinder warnten die Figuren weiterhin und bogen sich vor Lachen. "Hört auf damit, Ihr Zwergenbrut", schrie der Zauberer sie an - und brachte die kleinen Zuschauer damit ganz sicher gegen sich auf und auf die Seite des lieben Hans. Jetzt zitterten sie allesamt mit, bis der Gute seiner geliebten Rosemarie endlich nahe kommen konnte.

Dummerweise hatte der dicke König Brausi, der Kühne (Lorenz Schirren), seine Tochter aber demjenigen versprochen, der sein Land endlich von dem grässlichen Zauberer befreien wird. Der brave Hans gegen den gerissenen Hopp - wie kann das gut gehen, bangten die Kinder. Doch dann fügte sich eines zum anderen. Die patente Wirtin Eulalia (Luna Metzroth), der lustige Königsdiener Fridolin (Werner Neumann) und sogar die zimperliche Hofdame Fräulein von Zimperlich (Barbara Maria Sava) sahen staunend zu, wie dieser verflixte gestiefelte Kater plötzlich alle Trümpfe in der Hand hielt. Vor einer schönen Märchenkulisse wurden Hans und seine Prinzessin in dem von Oliver Grabus liebevoll inszenierten Stück endlich ein Paar.

Und die Pänz, die sich von Szene zu Szene mehr von diesem Stück um Liebe und Glück fesseln ließen, konnten mit ihren Eltern beruhigt nach Hause ziehen. Wie hatte dieser grässliche Zauberer sie gescholten? "Zwergenbrut", kicherten einige Kinder noch am Ausgang.