Nach 40 Jahren

Godesberger Pennenfeld-Stadion wird saniert

PENNENFELD. Stimmt der Bau- und Vergabeausschuss in seiner Sitzung an diesem Donnerstag zu, werden unter anderem die Laufbahn und das Naturrasenspielfeld erneuert. Die Gesamtkosten gehen in die Millionen.

Das Stadion im Sportpark Pennenfeld ist 40 Jahre alt. Mittlerweile sei unter anderem die 400 Meter lange Kunststofflaufbahn „stark abgenutzt und beschädigt“. Bislang habe man Schäden dort lediglich notdürftig geflickt. Das soll sich ändern. Die Grundsanierung der sechs Laufspuren und der Weitsprunganlage sind geplant. Darüber hinaus sollen laut Günther die Felder hinter den Toren erweitert werden, so dass Kugelstoßer, Hammer-, Diskus- und Speerwerfer demnächst im Stadion trainieren können – und nicht mehr davor wie bisher.

Der Naturrasen wird entfernt und anschließend neu eingesät, außerdem wird das Spielfeld vergrößert. Hinzu kommt eine neue Beregnungsanlage. Auch die Entwässerung wird modernisiert. Die bisher im Stadion installierte Schacht- wird durch eine Rigolenversickerung ersetzt. Dabei gelangt das Wasser zunächst in einen unterirdischen Speicher, von dort aus versickert es im Untergrund, erklärt Günther. Der Vorteil: Das Wasser steht nicht mehr auf dem Platz.

Außerdem wird die Stehtribüne demontiert, auf der Gegengeraden werden Sitzstufen gebaut. Dort ist dann Platz für 400 Zuschauer. Insgesamt allerdings wird weniger Publikum bei den Veranstaltungen dabei sein können. „Bisher sind es rund 5000, künftig circa 2500 Zuschauer“, sagt Günther. Die Erfahrung zeige, dass dies für die Sportevents ausreichend sei. „Sind es weniger als 5000 Plätze, sind die Auflagen zum Beispiel in punkto Sicherheit nicht mehr so hoch.“ Eine Erleichterung für die Vereine, meint Günther. Künftig kann das Stadion übrigens länger genutzt werden – dafür soll eine Flutlichtanlage sorgen.

Sportfeld bis 2020 gesperrt

Insgesamt nimmt die Stadt rund 1,9 Millionen Euro in die Hand. „Es ist gut investiertes Geld“, sagt Günther. Nach dem Sportpark Nord sei der in Pennenfeld das zweite Aushängeschild Bonns in diesem Bereich. „Es soll wieder ein Schmuckstück werden.“ Läuft alles nach Plan, starten die Arbeiten im April oder Mai 2019. Rund sechs Monate lang soll dies dauern, „dann ist die Laufbahn wieder nutzbar“. Beim Spielfeld sieht das anders aus. „Der Rasen muss erst anwachsen“, so Günther. Deshalb werde das Feld wohl erst ab Frühjahr 2020 für den Spiel- und Trainingsbetrieb freigegeben.

Betroffen sind vor allem die Leichtathletenvereinigung Bad Godesberg 1952 (LAV), der Godesberger Turnverein (GTV) und die American Footballer der Bonn Gamecocks. Sie seien in die Planungen involviert gewesen; während das Stadion nicht genutzt werden könne, wolle man ihnen Ausweichflächen zur Verfügung stellen, so Günther.

„Wir begrüßen die geplante Sanierung und hoffen, dass die notwendigen Arbeiten zügig durchgeführt werden, um die zu erwartenden Nachteile für den Trainingsbetrieb unserer Leichtathletik-Abteilung so gering wie möglich zu halten“, sagt Manfred Zachcial vom GTV. Man gehe davon aus, dass man für das Training andere Sportanlagen zur Verfügung gestellt bekomme. Davon geht auch die LAV aus. Winterhallen- und Waldtraining steht ohnehin nichts im Wege, ab Frühjahr könnten sie ins Wasserland und ins Stadion des Nicolaus-Cusanus-Gymnasiums ausweichen, heißt es. „Unser geplantes Eröffnungsportfest haben wir erst einmal von Herbst 2019 auf das Frühjahr 2020 verschoben, wollen wir unseren geladenen Gästen aus Oxford doch Planungssicherheit geben.“

Footballer müssen wohl ausweichen

Irritierend sei, dass zwar das Stadion, nicht aber die sanitären Anlagen barrierefrei werden sollen. Dies sei der nächste Schritt, so die Stadt. Die aktuellen Vorschläge beträfen das Stadion, Pläne zur Erneuerung von Umkleiden und Gebäude im Sportpark würden zu einem späteren Zeitpunkt vorgestellt. Durch die Änderung an den Tribünen „wird sich die Attraktivität der Anlage für die Zuschauer sicherlich deutlich erhöhen“, so Noël Martin Heyen von den Gamecocks.

Dennoch bringe die Sanierung auch Probleme mit sich: Trügen die Gamecocks ihre Spiele mit allen fünf Teams im Stadion aus, müssten „wir mindestens die nächste Spielzeit anderswo bestreiten“. Noch gebe es kein Ausweichquartier. Beim letzten Umbau sei man ins Wasserland gezogen – dort aber war Beschallung samt Kommentierung untersagt. „Auch die Möglichkeit, Catering für die Zuschauer anzubieten – eine wichtige Einnahmequelle für den Verein – kann an einem Ausweichstandort stark eingeschränkt sein.“