Am Klufterbach in Friesdorf

Forstamt will zerstörten Waldweg in Bonn herrichten

Friesdorf. Die Durchforstung eines Areals im Friesdorfer Klufterbachtal hat einen Waldweg zerstört. Spaziergänger sind entsetzt, das Forstamt will alles wieder herrichten.

Malerisch und ein wenig verwunschen schlängelt sich der schmale Fußweg entlang des Klufterbachs von Friesdorf in den Wald hinauf. Doch seit den Fällarbeiten im Dezember ist diese Idylle ab der Kreuzung mit dem Pionierweg zerstört. Der Pfad ist mit tiefen Spuren von Kettenfahrzeugen zersetzt und dadurch breit geworden. An den vergangenen Frosttagen war er noch begehbar, doch mit dem Tauwetter hat sich das etwa 200 Meter lange Stück in eine Matschwüste verwandelt – zum Ärger einiger Spaziergänger.

„Mein Eindruck ist, dass man ohne Sinn und Verstand gewütet hat“, sagt Doreen Krüger, die dort häufiger unterwegs ist. Ihre Tochter Hilda Frank (8) und Freundin Lisa (9) finden das alles „doof“, wie sie sagen. Sie spielen dort am Bach gern fangen, etwa wenn sie mittwochs mit den „Wilden Kindern“ von Diana Schaack unterwegs sind. Die Leiterin der Waldkindergruppe sagt, dass die Mädchen und Jungen erschüttert seien. „Die wissen, was Natur bedeutet. Ich versuche, ihnen Waldwirtschaft zu erklären. Wenn das aber solche Ausmaße annimmt, wird das schwierig“. Der Weg ist zugleich geologischer Wanderpfad der Stadt. Manfred Grimm aus Godesberg fragt sich, ob man da nicht vielleicht einen anderen Pfad zum Abtransport der gefällten Bäume hätte nehmen können.

Das schlammige Stück ist derzeit eigentlich für Fußgänger gesperrt, eine Absperrung wird allerdings von Unbekannten immer wieder entfernt. Wer trockenen Fußes weiter in den Kottenforst will, kann dem Pionierweg folgen, an dem sich die Stämme derzeit stapeln.

Zuständig für die Durchforstung ist das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft mit Sitz in Röttgen. Man habe großes Verständnis für die Wünsche der Waldbesucher, „es wird wieder schön gemacht“, verspricht Forstamtsleiter Uwe Schölmerich. Für die Spuren sei ein sogenannter Vorwarder (Tragschlepper) verantwortlich gewesen, der die Stämme durch den Wald gefahren habe. Für den Einsatz von Rückepferden sei es dort zu steil gewesen.

„Der Weg als solcher ist nicht verbreitert worden“, sagt Schölmerich. Er sei allerdings vorübergehend zerstört worden. Eine alternative Route habe es nicht gegeben, „weil das Holz nicht nach oben rausgeholt werden konnte“. Dort seien Gräben im Weg gewesen. Die Arbeiter würden grundsätzlich vorhandene Wege nutzen, anstatt den Waldboden zu befahren.

Wenn die Frostperiode vorbei und der Boden wieder etwas trockener ist, komme ein Radlader oder kleiner Bagger zum Klufterbach, um den Waldweg wieder zu glätten. Dann dauere es ein halbes Jahr, dann sehe es schon fast wieder aus wie früher, meint Schölmerich. Nach und nach würden wieder Pflanzen und Büsche am Wegesrand wachsen, „die alles optisch verschmälern“.

Bei den Arbeiten handelte es sich um eine Jungdurchforstung, bei der kein sägefähiges Holz anfällt. Denn die Stämme sind einfach zu dünn, später nur als Brenn- oder Spanplattenholz verwendbar. Laut dem Amtsleiter sei der Sinn, einzelne, gute Bäume zu begünstigen, „indem man ihre schlechteren Nachbarn entnimmt“. Man setze zudem auf Mischbaumarten wie Eiche, Buche, Bergahorn und Vogelkirsche, weil die am besten dem Klimawandel entgegenwirkten.

Auch bei der Stadtförsterei haben sich Waldbesucher über den Zustand der Wege beklagt. Wobei die Verwaltung an der Stelle nur ans Regionalforstamt verweisen könne, so Isabel Klotz vom Presseamt der Stadt. Was den geologischen Wanderpfad an sich angeht, sei man schon zuständig. Das Amt für Bodenmanagement und Geoinformation (früher Katasteramt) schaue einmal im Jahr dort nach dem Rechten.