Eine Fackel für den Frieden

Europäischer "Peace Run" besucht Bad Godesberger Schule

Fackelträgerin Navres läuft für ihren ganz persönlichen Frieden: Das syrische Mädchen kam als Flüchtling her.

Fackelträgerin Navres läuft für ihren ganz persönlichen Frieden: Das syrische Mädchen kam als Flüchtling her.

Bad Godesberg. Die Läufer des internationalen „Peace Run“ haben auf ihrem Weg durch Europa Halt in der Bad Godesberger Burgschule gemacht. Die Kinder haben jetzt "ein bisschen Frieden im Herzen".

Die Kinder der Burgschule hatten sich im Vorfeld gut auf diesen Termin vorbereitet: Sie malten bunte Friedenstauben, lernten Lieder auswendig und beschäftigten sich im Unterricht mit dem Thema Frieden, das die besonderen Gäste antreibt: Die Läufer des europäischen „Peace Run“ besuchten die Grundschule, die als einzige Bonner Einrichtung zu dieser Ehre kam.

Die Teilnehmer tragen eine Fackel kreuz und quer durch Europa. Ihr Lauf in Deutschland startete in Oeding an der niederländischen Grenze, von dort ging es nach Wuppertal und dann über Leverkusen und Köln nach Bonn. Natürlich legen nicht alle zehn Läufer die komplette Strecke zurück: Jeden Tag teilen sie sich die geplanten Streckenabschnitte auf und laufen jeweils zehn bis 20 Kilometer. Zwischendurch machen sie Station in Schulen, Institutionen, bei Vereinen, Laufclubs sowie Parlamenten und Rathäusern, Kirchen, Moscheen, Tempeln und Synagogen. Überall wird die Fackel durch alle Hände gereicht.

Frieden "geht jeden etwas an"

So auch an der Burgschule, deren Klassen sich vormittags komplett auf dem Schulhof eingefunden hatten. Dort sangen sie mit den Läufern, die ein nettes Begrüßungsprogramm vorbereitet hatten, bei dem sie auch ihre Botschaft erklärten: Frieden, so Kanti Göddertz vom Kölner Laufteam, könne nicht „von oben“ diktiert werden. „Es ist etwas, das man in sich trägt und weitergibt von Mensch zu Mensch.“

Das sei eine Botschaft, die sich lohne, fand Schulleiterin Reinhild Goltz. „Das Thema Frieden geht jeden etwas an.“ Alle Kinder durften einmal die brennende Fackel halten. Dafür stellten sie sich im Kreis auf und reichten sie wie ein kostbares Gut weiter. „Wenn jeder die Fackel einmal hat, hat er ein bisschen Frieden in seinem Herzen“, sagte Konstantin (7).

Friedensfackellauf geht quer durch Europa

Anschließend starteten alle Kinder einen kleinen Lauf auf dem Schulhof, wobei besonders die zehnjährige Navres als Fackelträgerin eine gute Figur machte. Das Mädchen aus Syrien gehört zu den Flüchtlingskindern, die an der Grundschule unterrichtet werden, und repräsentierte einen sehr starken Wunsch nach Frieden. Bei den Kindern kam die Botschaft an. Irem (7) war überzeugt: „Der Frieden ist in uns selbst.“

Während sich die Kinder anschließend zum Maisingen trafen, machten sich die Läufer, die aus verschiedenen Nationen kommen, auf den Weg Richtung Koblenz. Die Strecke führt sie quer durch Europa bis nach Minsk. Die weißrussische Hauptstadt wollen sie am 8. Juli erreichen. Dort trifft die Gruppe auf Läufer aus der Ukraine und Russland, um im Schatten des Grenzkonflikts beider Staaten ein Friedenszeichen zu setzen. Der Lauf startete vor 30 Jahren auf Initiative des Inders Sri Chinmoy zum ersten Mal vor dem UNO-Gebäude in New York und ist einer der größte Friedensfackelläufe weltweit.