Pläne sollen unter Bürgerbeteiligung diskutiert werden

Drei Varianten fürs neue Bonn-Center

BONN. Die Pläne für das neue Bonn-Center sollen jetzt unter Bürgerbeteiligung diskutiert werden. Derweil stehen die Chancen des Pantheons auf Rückkehr gar nicht so schlecht.

So sehen sie also aus, die drei Varianten, die das Bonn-Center ersetzen sollen. Sie wurden am Mittwochabend im Planungsausschuss vorgestellt.

  • Der erste Plan zeigt einen 17-geschossigen Bau, der das heutige Gebäude in entkernter Form einschließen könnte. Aus der Hochhausscheibe wachsen zwei geschwungene Anbauten heraus. Die vier- bis fünfgeschossigen und fünf- bis sechsgeschossigen Gebäude bilden Innenhöfe, die als Ruhezonen oder als Atrien genutzt werden könnten. Vor- und Rücksprünge bilden einen sich zur Reuterstraße öffnenden Platz, möglicherweise für Sonderfunktionen.
  • Variante zwei besteht aus zwei Hochhäusern an der Bahntrasse und einem flachen, blockbildenden Baukörper an der südlichen Grundstücksgrenze. Durch die Anordnung der drei Baukörper bildet sich ein großer Platz zur Reuterstraße. Die Gebäude variieren in der Höhe zwischen 17 Geschossen als städtebauliche Dominante im Eckbereich von Bahntrasse und Reuterbrücke über eine 13-geschossige und eine viergeschossige Bebauung als Übergang zur angrenzenden Wohnbebauung. Die beiden sogenannte Hochpunkte könnten durch ein Sockelgeschoss verbunden werden und so ein gemeinsames Foyer ermöglichen.
  • Variante drei besteht aus drei eigenständigen Gebäuden, die einen Komplex bilden. Eine neue 17-geschossige Hochhausscheibe dominiert über die zwei anderen niedrigeren, verschiedenartigen Rundbebauungen. Die beiden südlichen Gebäude sind als Wohngebäude mit ruhigen Innenhöfen geplant.

"Zentrales städtebauliches Motiv ist ein urbaner Campus mit einem attraktiven, durch die Neubauten gefassten Platz, der die Adresse und das Entree des Areals bildet", heißt es in der Konzeption. Notwendigen Stellplätze für Autos sind in einer Tiefgarage untergebracht.

Marcell Schmitt vom Bürger Bund wäre eine vierte Variante lieber gewesen: die "Null-Variante". Ihm schien die vorgesehene Bebauung des 22 000 Quadratmeter großen Areals zu dicht. Stadtbaurat Werner Wingenfeld meinte, dass die Nutzungsdichte in diesem Gebiet durchaus zu verantworten sei. Außerdem wird in Bonn nach wie vor nach Büroflächen in Toplagen gesucht. Die Büromarkterhebung vom April 2014 kam jedenfalls zu dem Ergebnis, dass für eine Weiterentwicklung des Bonner Büromarktes ein "nur noch sehr begrenztes Flächenpotenzial" zur Verfügung steht. Die Stadt befürworte daher eine Nachverdichtung in solch zentralen Lagen.

Henriette Reinsberg (CDU) jedenfalls begrüßte es, dass der neue Eigentümer, die Art-Invest Real Estate, so schnell neue Pläne vorlegt und in die frühzeitige Bürgerbeteiligung gehen will. Der CDU-Politikerin wäre es auch sehr recht, wenn später kleinere Gewerbe angesiedelt werden könnten.

Wie berichtet, steht das Bonn-Center seit 2011 überwiegend leer. Zu den verbliebenen Mietern gehören unter anderem das Bowlingcenter, ein Fitnessstudio und das Pantheon-Theater. Für das Theater ist die Stadt bemüht, Alternativen zu finden. Im Gespräch sind die Unterbringung im Schauspiel in Bad Godesberg und eine Unterbringung in der Beethovenhalle. Das Pantheon-Theater würde gerne später wieder zurück an den Bundeskanzlerplatz ziehen. Doch dies sei wenig wahrscheinlich, sagte gestern Stadtdirektor Wolfgang Fuchs. Für ihn sei eines klar: "Wir wollen das Pantheon in Bonn halten. Das ist ein Aushängeschild für die Stadt."