German Doctors

Die Mitarbeiter der Organisation kommen vom Main zum Rhein

Teilnehmer aus sechs Ländern nehmen an der Konferenz an neuem Standort teil.

BAD GODESBERG. Mit einer Namensänderung und dem Umzug von Frankfurt am Main nach Bonn startet die Organisation German Doctors - ehemals Ärzte für die Dritte Welt - neu durch: Ende Mai hat der 1983 gegründete Verein seine Geschäftsstelle an der Godesberger Löbestraße 1 a bezogen. Am Mittwoch stellte er seine Arbeit vor.

Von der neuen Adresse aus organisieren 14 hauptamtlich beschäftigte Mitarbeiter die ehrenamtlichen Einsätze von Ärzten in zehn Projektregionen. Mit den Philippinen, Indien, Bangladesch, Sierra Leone, Kenia und Nicaragua sind die German Doctors derzeit in sechs Ländern im Einsatz: "Ziel ist es, die Basis der medizinischen Versorgung von Menschen zu schaffen, die sich keine Medizin leisten können", sagte Harald Kischlat, Vorstand der German Doctors. Neben der Organisation der Einsätze finden in der neuen Zentrale auch Seminare für Ärzte zur Vorbereitung und Nachbesprechung der Reisen in die Projektregionen statt.

Anfangs habe man diskutiert, ob der Verein nach Bonn oder Berlin ziehen soll, sagte Kischlat. Die Wahl sei schließlich auf den deutschen Standort der Entwicklungszusammenarbeit gefallen, da hier viele verschiedene Organisationen ansässig seien und man hier gut Netzwerke aufbauen könne.

"Die Unterstützung der Stadt Bonn war sehr groß, und es hat sich bestätigt, dass wir im Netzwerk der ortsansässigen Organisationen gut aufgehoben sind", so Kischlat. Heute werden die Vereinsmitglieder von Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch im Gobelinsaal des Alten Rathauses empfangen. Bereits gestern fand in der neuen Zentrale eine Konferenz statt, zu der 18 Teilnehmer aus sechs Ländern eingeladen waren, die alle bei der medizinischen Versorgung vor Ort eine große Rolle spielen.

Mehr als 6000 Einsätze von mehr 2800 Ärzten absolvierten die German Doctors in den vergangenen 30 Jahren erfolgreich. Ziel ist es, in den Armenregionen mit kurzzeitigen Einsätzen langfristige Projekte aufzubauen. Ein Arzt ist immer sechs Wochen vor Ort, anschließend reist er zurück und wird durch einen Nachfolger ersetzt.

Ein großes Anliegen ist der Organisation auch die Ausbildung vor Ort, um einheimische Ärzte stärker in Projekte integrieren zu können. "Helfen, schulen, beraten und übergeben" haben sich die German Doctors zur Aufgabe gemacht und möchten so mehr Nachhaltigkeit ihrer Aufenthalte erzielen.

Auf den Philippinen läuft dieses Projekt schon sehr erfolgreich: Mehrere Krankenhäuser wurden dort aufgebaut und philippinische Ärzte geschult, Operationen durchzuführen. "Wir sind überzeugt, dass wir durch unsere Arbeit gute Strukturen geschaffen haben und dass die Chancen gut sind, den stationären Bereich an einheimische Ärzte zu übergeben", so Kischlat.