Bulgarische Botschaft

Die Außenstelle verlässt Bad Godesberg

PLITTERSDORF. Eine weitere diplomatische Vertretung verlässt demnächst den früheren Diplomatenbezirk Bad Godesberg: Die Republik Bulgarien wird bis spätestens Ende August die Pforten ihrer Außenstelle in Plittersdorf schließen.

Wie Wieland Münch, Sachverständiger der Bonner Immobilienfirma R. Dieter Limbach Immobilien KG, mitteilte, stehen ab sofort vier Liegenschaften zum Verkauf. Neben der Botschaftsresidenz mit rund 350 Quadratmeter Wohnfläche am Arndtplatz im Villenviertel, werden die in Rheinnähe, Auf der Hostert, stehenden Gebäude der Kanzlei und der Handelsvertretung mit 3000 Quadratmeter Geschossfläche sowie ein angrenzendes Mehrfamilienhaus mit etwa 420 Quadratmeter Wohnfläche verkauft.

Den Hauptteil des Verkaufs bildet die ehemalige Botschaft nebst Handelsvertretung auf dem fast 4000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Straße Auf der Hostert und Am Büchel. Ähnlich wie die südafrikanischen Nachbarn, deren ehemalige Botschaft seit Jahren leer steht, erwarben die Bulgaren 1974 das Grundstück, auf dem sie dann für rund 4,5 Millionen Mark zwei Gebäudekomplexe für ihre Vertretung errichteten.

Insbesondere der erste, viergeschossige Bau diente zu Botschaftszeiten vor allem der Repräsentation, Kinosaal inklusive. Das andere Gebäude nutzten die Bulgaren als Handelsvertretung. Der Bau des Architekten Georgi Mejdouretchki fügte sich nahtlos an weitere Ex-Botschaften in Plittersdorf an, die - wie Ungarn (Turmstraße), Südafrika und Israel (Ubierstraße) - nie einen Schönheitspreis gewinnen konnten. Nach Aussage von Wieland Münch wird es auf dem früheren Botschaftsgelände "entweder zu einem Teilabriss oder einer Kernsanierung kommen."

Vor allem der Teil zwischen Botschaft und Handelsvertretung, der durch eine Tiefgarage und eine Terrasse miteinander verbunden ist, befindet sich wegen des undichten Terrassendachs in sehr schlechtem Zustand. Das galt übrigens auch für die fünf Häuser mit 30 Wohnungen an der Herderstraße/Arndtplatz, in denen einst die Angestellten der Botschaft mit ihren Familien lebten. Der sogenannte "Bulgarenblock" wurde allerdings im vergangenen Jahr bereits verkauft und wird zurzeit saniert und umgebaut.

Egal ob Teilabriss oder Kernsanierung: "Die frühere Botschaft und die Handelsvertretung werden zu Eigentumswohnungen umgebaut", so Münch. Er schätzt das Gesamtvolumen der Sanierung - ohne die Ex-Residenz am Arndtplatz - auf etwa neun bis zehn Millionen Euro.

Die ehemalige Botschaft Bulgariens wurde zuletzt noch mit einer Handvoll Mitarbeitern als Außenstelle der Berliner Botschaft mit eigenem Konsularbereich geführt. 13 Jahre nach dem Umzug verfügen noch knapp 20 Länder in Bonn und Bad Godesberg über Außenstellen und Konsulate.