Einweihung für Frühjahr geplant

Das Hansa-Haus ist fast fertig

Das Hansa-Haus erstrahlt in neuem Glanz. Katrin Bisping vom Städtischen Gebäudemangement zeigt den neu gestalteten hinteren Treppenaufgang.

Das Hansa-Haus erstrahlt in neuem Glanz. Katrin Bisping vom Städtischen Gebäudemangement zeigt den neu gestalteten hinteren Treppenaufgang.

Bad Godesberg. Bad Godesberg bekommt schon bald ein Zentrum für Rock- und Popmusik. Das Hansa-Haus an der Moltkestraße, das seit 2013 in vier Bauabschnitten für 1,8 Millionen Euro saniert wird, steht kurz vor seiner Fertigstellung.

Bis März sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Einweihung ist für das Frühjahr geplant. Das Musiknetzwerk wird zum 2. April als Mieter wieder einziehen, nachdem es übergangsweise in der Michaelschule untergebracht worden war. Die Schlüsselübergabe ist bereits am 29. Februar.

Der Mief alter Tage ist verschwunden. Weiße Wände, Türen und Fensterrahmen lassen die Innenräume des Hansa-Hauses in neuem Glanz erstrahlen. Von Außen geben neuer Putz und Anstrich dem Gebäude ein frisches Erscheinungsbild. Vor einigen Jahren noch sah es dort anders aus. An der Fassade blätterte der Putz ab, Risse zogen sich entlang der Häuserwand. Der Sanierungsstau war Mitte 2011 so hoch, dass die Verwaltung aus Kostengründen eine Sanierung scheute und einen Verkauf des Gebäudes erwog -- nach Widerstand in der Kommunalpolitik aber umschwenkte.

Notwendig war eine Sanierung vor allem wegen des Brandschutzes. Dafür haben Handwerker das Dach neu verkleidet, eine neue Treppe ins Dachgeschoss, eine dauerhafte Außentreppe und Brandschutztüren eingebaut. Hinzu kommt eine energetische Sanierung, für die Dach und Außenwände eine neue Dämmung bekommen haben, außerdem wurden neue Fenster eingesetzt. Diese tragen auch zur Schallisolierung bei. Die Außenhülle des Gebäudes wurde komplett überarbeitet, die Stromkreise erneuert. Zudem wurde außen ein Fahrstuhl installiert, der parallel zur Außentreppe einen Zugang zum ersten Obergeschoss ermöglicht.

Die Sanierung war in vier Abschnitten erfolgt. Zuvor hatte die Stadt bereits 2012 insgesamt 15 000 Euro in den Brandschutz investiert. Anschließend waren der Dachboden saniert und die Fenster an der Bahnseite ausgetauscht worden. Dafür hatte die Stadt 360.000 Euro ausgegeben. Im Anschluss zogen die Vereine wie Godesberger Turnverein, Marine-Kameradschaft und Bonner Shantychor in den Anbau. Als drittes wurde das Haupthaus für das Musiknetzwerk für 970.000 Euro hergerichtet. Zurzeit läuft der Ausbau des Jugendtreffs im Erdgeschoss für 100.000 Euro, das Mitte April fertig werden soll.

Belassen wurden weitestgehend die Sanitäranlagen, abgesehen von einem neu installierten barrierefreien WC. Außerdem wurde die Heizung erneuert. Auch die alten Türen und Böden im Obergeschoss wurden nicht ausgetauscht. "Wir haben versucht, möglichst sparsam vorzugehen", sagte Katrin Bisping vom Städtischen Gebäudemanagement. Soll heißen: Es wurden nur die notwendigen Arbeiten ausgeführt, um weitere Kosten zu vermeiden.

Im ersten Obergeschoss soll ein neuer Mehrzweckraum mit Aufführungscharakter dem Musiknetzwerk als Dreh- und Angelpunkt dienen. Hier soll es Konzerte, Workshops und Seminare geben. Bestuhlt finden bis zu 100 Menschen, stehend bis zu 130 Menschen Platz. Ein Zuschuss der Stadt von 25 000 Euro soll dem Musiknetzwerk dabei helfen, den noch kahlen Raum mit Bühnentechnik auszustatten. Laut Mitgeschäftsführer Cyrus Valentine will das Musiknetzwerk 18 Proberäume für Rock- und Popbands zur Verfügung stellen. Mehr als 300 Musiker sollen die Räume nutzen.

Ursprünglich hatte die Stadt die Kosten für die Sanierung mit 1,4 Millionen Euro angesetzt. Die Mehrkosten erklärt sie durch zusätzliche Maßnahmen wie den Bau des Aufzugs, der barrierefreien Toi-lette und einer Brandmeldeanlage, die zunächst nicht eingeplant worden seien.