Viktoriakarree in Bonn

Wichtiges Innenstadt-Projekt wird europaweit ausgeschrieben

Die Stadt will das Viktoriakarree im Herzen Bonns zügig entwickeln.

BONN. Zudem beschloss der Rat wegen eines Änderungsantrags der schwarz-grünen Ratsmehrheit die Einleitung eines Bebauungsplanverfahrens für das Grundstück inklusive des vor Jahren geschlossenen und seither leerstehenden Viktoriabads. Danach soll die Verwaltung jetzt das Bauprojekt auf den städtischen Grundstücken im Viktoriakarree europaweit ausschreiben.

Kernpunkt der Ausschreibung ist die Festlegung einer Einzelhandelsfläche von rund 15.000 Quadratmetern, einer 6500 Quadratmeter großen Bibliothek für die Universität sowie die eventuelle Unterbringung von Stadtmuseum und Gedenkstätte, für die aber auch die ehemalige Pestalozzischule an der Budapester Straße zur Diskussion steht.

Der aus städtebaulicher Sicht wohl wichtigste Punkt ist die Verbindung der Marktgarage mit einer neuen Garage innerhalb des Karrees und einer gemeinsamen Ein- und Ausfahrt jenseits der Uni hinter dem Stockentor. Als Mindestkaufpreis hat die Verwaltung rund zwölf Millionen Euro angesetzt.

Die SPD kritisierte den Änderungsantrag von CDU und Grünen. Sie fürchtet eine weitere Verzögerung der Planungen. "Die Koalition wäre nicht die Koalition, wenn sie ein Ergebnis nicht erneut zerreden würde", sagte SPD-Ratsherr Ernesto Harder. Das Bebauungsplanverfahren schrecke potenzielle Investoren ab. Besser wäre es, man entschließe sich, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan durchzuführen. "Ansonsten diskutieren wir doch im luftleeren Raum."

Guido Déus (CDU) machte dagegen deutlich: "Wir weichen kein Jota mehr von der Beschlussvorlage ab", sagte er, nach den ganzen langen Diskussionen sei jetzt ein gutes Ergebnis erreicht worden. Auch Achim Schröder (FDP) und Bernhard Wimmer (BBB) lobten den Ausschreibungsbeschluss: "Wenn wir Bonn als attraktiven Einkaufsstandort erhalten wollen, gibt es dazu keine Alternative", meinte Wimmer. A

llerdings hält er die Kosten für die Verlegung der Tiefgaragenzufahrt in Höhe von 8,5 Millionen Euro plus einer Summe X, die die Stadt übernehmen wird, für nicht vertretbar. Ein Antrag der SPD, alternativ auch eine Anbindung des Karrees über den Belderberg zu prüfen, fand keine Mehrheit.

Allein die Linksfraktion lehnt die Planung ab. " Für uns ist das ein Bermudadreieck, weil die Stadt wertvolles Eigentum verscherbelt", klagte Ratsherr Jürgen Repschläger. Den "Reibach" machten die Investoren, während die Stadt nur draufzahle.