WCCB vor Zwangsversteigerung

Der Hotelkomplex auf der stillgelegten Baustelle des World Conference Center Bonn (WCCB).

Der Hotelkomplex auf der stillgelegten Baustelle des World Conference Center Bonn (WCCB).

Sparkasse KölnBonn setzt Verfahren in Gang. Die Stadt Bonn und der Insolvenzverwalter verhandeln aber weiter.

Köln/Bonn. Der Vorstand der Sparkasse KölnBonn hat am Dienstag, wie angekündigt, die Zwangsversteigerung des World Conference Center Bonn (WCCB) in die Wege geleitet. Das bestätigte Sparkassen-Sprecher Norbert Minwegen dem GA auf Anfrage.

Minwegen zufolge informierte der Vorstand die Mitglieder des Risikoausschusses der Sparkasse in ihrer Sitzung am Nachmittag über diesen Schritt. "Die Sparkasse steht aber weiterhin für Gespräche mit dem WCCB-Insolvenzverwalter Christopher Seagon und der Stadt Bonn zur Verfügung", betonte Minwegen.

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Denn man sehe die eine oder andere positive Entwicklung in den Gesprächen zwischen Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch und Seagon. Allerdings gebe es bis dato keine Entscheidung für eine gütliche Einigung zwischen den Parteien. Deshalb habe sich die Sparkasse nun zur Zwangsversteigerung des WCCB entschlossen.

Das bedeutet aber nicht, dass der Kongresssaal samt Hotel nun unweigerlich unter den Hammer kommt. Sollte es im Laufe des Verfahrens, das sich wohl über einen längeren Zeitraum hinziehen wird, doch noch zu einer Einigung mit dem Insolvenzverwalter kommen, kann die Zwangsversteigerung ausgesetzt werden.

Wie es aussieht, haben sich am Dienstagmorgen Seagon, der städtische Rechtsdezernent Rüdiger Wagner und Nimptschs neuer Rechtsberater, der Bonner Anwalt und Insolvenzexperte Johannes Gather, in den zuletzt festgefahrenen Verhandlungen ein gutes Stück angenähert. Laut Stadtsprecherin Monika Hörig steht unter anderem aktuell zur Diskussion, dass Seagon im Auftrag des WCCB-Zwangsverwalters Jörg Nerlich die Fertigstellung des Kongresssaals betreibt. Vertragliche Vereinbarungen dazu seien in Arbeit.

In einem ersten Schritt soll Seagon ein Angebot zur stufenweisen Fertigstellung des Foyers (Kristall) vorlegen, damit der Saal bereits für den Deutschlandtag am 3. Oktober genutzt werden kann. Beiden Seiten sei bewusst, dass sie innerhalb der nächsten Wochen zu verbindlichen Vereinbarungen kommen müssen, da sonst streitige Auseinandersetzungen unausweichlich seien.