Fall Jens Bleck

Video aus der Tatnacht lässt sich nicht verbessern

Warum musste Jens Bleck sterben?

Bonn. Neuer Rückschlag für die Eltern im Todesfall Jens Bleck: Das Videomaterial, auf das sie so große Hoffnung gesetzt haben, lässt sich auch von Spezialisten des Landeskriminalamtes (LKA) technisch nicht verbessern.

Das erklärten Mitarbeiter des Justizministeriums am Mittwoch im Rechtsausschuss des Landtages auf Nachfrage des FDP-Abgeordneten Dirk Wedel.

Der Ausschuss beschäftigte sich auf Anfrage der FDP mit dem Fall Bleck. Die FDP wollte wissen, was die Kölner Generalstaatsanwältin dazu bewogen hatte, nach monatelanger Prüfung die Wiederaufnahme der im Januar von der Bonner Staatsanwaltschaft eingestellten Ermittlungen anzuordnen.

Wie aus dem Bericht der Landesregierung hervorgeht, hielt die Kölner Generalstaatsanwältin - anders als die Bonner Staatsanwaltschaft - die Ermittlungen im Todesfall Jens Bleck noch nicht für ausgereizt. Es sei nach Auffassung der Generalstaatsanwältin "noch möglich, das todesursächliche Geschehen weiter aufzuklären", heißt es in dem Bericht. Deshalb habe sie am 16. September die Wiederaufnahme der Ermittlungen angeordnet. Das Videomaterial spielte dabei eine Schlüsselrolle.

Die Generalstaatsanwältin stützte sich unter anderem auf die umfangreichen Beschwerden der Eltern von Jens Bleck gegen die Einstellung des Ermittlungsverfahrens. Der 19-jährige Jens Bleck war nach einem Besuch der Bad Honnefer Diskothek "Rheinsubstanz" im November 2013 verschwunden und später tot im Rhein aufgefunden worden.

Das Videomaterial war von den Überwachungskameras der inzwischen geschlossenen Diskothek aufgezeichnet worden. Die Bonner Staatsanwaltschaft hielt es wegen technischer Mängel für nicht auswertbar. Die Kölner Generalstaatsanwältin hatte unter anderem gefordert, es müsse geprüft werden, ob eine technische Aufbereitung des Materials möglich ist. Das damit beauftragte LKA kam nun zu dem Ergebnis: nicht möglich.

Gedenkgottesdienst am Donnerstag, 18.30 Uhr, Krypta der Bonner Kreuzkirche (Nebeneingang, Straße „An der Evangelischen Kirche“)