Orden bekennt sich zu Fehlern

BONN. Die Redemptoristen wollen den neuen Bericht über schwere Missbrauchsfälle in den 1950er und 1960er Jahren am Samstag ins Internet stellen. Das kündigte eine Sprecherin des katholischen Ordens an.

Verfasser ist der vom Orden beauftragte Hermann-Josef Merzbach, Direktor des Amtsgerichtes Leverkusen. "Auch dieser zweite Zwischenbericht führt das schwere Leid vor Augen, das Kindern und Heranwachsenden durch Angehörige unserer Ordensgemeinschaft angetan wurde", erklärte Provinzial Johannes Römelt am Mittwoch in einer schriftlichen Stellungnahme.

Mehrere Treffen mit Betroffenen beschrieb er als "eindringliche Erfahrung". Und weiter: "Für uns sind die Berichte der Betroffenen beschämend; bewusst aber wollen wir uns auch dieser dunklen Seite der Geschichte unserer Gemeinschaft stellen." Verantwortliche in der Ordensleitung hätten in den 1960er und 1970er Jahren "sowohl im Umgang mit den Opfern als auch in der Reaktion gegenüber den Tätern versagt".

Nach mehr als 60 persönlichen Gesprächen mit Ex-Schülern und Zeugen schreibt Merzbach von neun Patern, die sexuellen Missbrauch an den Jungen begangen haben sollen. Mindestens drei der mutmaßlichen Täter leben noch. 28 Opfer seien namentlich bekannt, heißt es in dem Bericht.

Laut Römelt waren die Betroffenen Schüler an den Internaten des Collegium Josephinum (CoJoBo) und in Glanerbrück (bei Gronau). "Für Bonn liegen alle berichteten Vorfälle in den Jahren bis 1968", betonte der Provinzial. 1983 wurde das CoJoBo-Internat geschlossen. Im Merzbach-Bericht ist von vereinzelten Fällen in den 1980er Jahren die Rede - wo, bleibt allerdings unklar.

Römelt dankte dem Beauftragten für dessen Arbeit. Er merkte aber an, dass auch Vorkommnisse geschildert würden, bei denen "keine Gegenprüfung" mehr möglich sei. In dieser Hinsicht sei der Bericht "sehr weit gefasst".

Die Internetadresse des Ordens lautet www.redemptoristen.org