Friedrichstraße in Bonn

Eierlauf-Meisterschaft begeisterte Kinder und Touristen

Angefeuert vom Osterhasen starten Vivien (8) und Lavinia (6) zum Eierlauf auf der Friedrichstraße.

BONN. Kürzlich hatte Martin Schmid, Schatzmeister der Immobilien- und Standortgemeinschaft Friedrichstraße Bonn (ISG), eine ungewöhnliche Idee, die am vergangenen Ostersamstag bereits mit Leben erfüllt worden ist: Auf einer knapp 30 Meter langen Strecke auf der Friedrichstraße fanden die internationalen Meisterschaften im Eierlaufen statt.

"Ziel ist es, Freude zu machen und die Innenstadt zu beleben", erklärte Schmid. Die ISG ist ein Zusammenschluss von zahlreichen Geschäftsleuten und Hausbesitzern, die zusammen Veranstaltungen planen, auch um die Friedrichstraße bekannter zu machen. So auch den Eierlauf am Ostersamstag. Mit Löffeln und Wachseiern mussten Passanten versuchen, so schnell wie möglich das Ziel zu erreichen.

Dabei bekam auch das Klangkunstwerk "5,3 Kilo Meter pro Stunde" von Erwin Stache eine ganz neue Bedeutung. Hierbei handelt es sich um eine Tafel, die seit Anfang des Jahres über der Straße angebracht ist und die Schrittgeschwindigkeit der Fußgänger misst und dabei Geräusche macht.

Der Künstler wollte die Menschen unter anderem dazu bringen, sich ihres eigenen Tempos bewusst zu werden. Am Samstag wurde das Kunstwerk kurzerhand in den Wettbewerb integriert. Die Teilnehmer mussten unter der Anzeige her laufen, für die beste Zeit gab's Schoko-Eier. Aber auch die eher Langsamen gingen nicht leer aus, jeder Läufer bekam am Ende eine Urkunde und ein bemaltes Osterei.

"Das ist ein großer Spaß", fand Julia Richter, die sich gleich als Erste im Eierlaufen versuchte und immerhin auf 5,9 km/h kam. Die 43-jährige Berlinerin war zum Osterurlaub in Bonn: "In Berlin würden sie die Nase rümpfen, da haben sie keinen Humor, ich freue mich, dass es in Bonn diesen Humor gibt."

Übertrumpft wurde Richter allerdings von der achtjährigen Vivien mit 6,8 km/h. Zusammen mit Mutter Inge Perlik war diese extra zum Eierlaufen aus Sankt Augustin angereist. "Dass das Ei so wackelt, das ist ziemlich schwer." Für die neunjährige Cynthia war genau das der Ansporn.

Zwar ließ sie ihr Ei zweimal fallen, Spaß hatte sie aber trotzdem jede Menge: "Die Eier auf dem Löffel zu haben, das ist schon cool." Rund drei Stunden liefen Passanten nacheinander um die Wette, Mitorganisatorin Petra Amtenbrink war zufrieden mit der Premiere: "Die Leute haben bis zum Schluss Schlange gestanden, um mitlaufen zu können."