Die Dottendorfer greifen an

Auftakt der Unterschriftenaktion zur Rettung der Stadtteilbibliothek. Der Förderverein erarbeitet Konzepte.

Dottendorf. Die Dottendorfer wollen nicht mehr tatenlos zusehen, was mit ihrer Stadtteilbibliothek geschieht. "Alle meine Kinder sind Mitglied in der Bücherei", sagte Sabine Henrich auf der Sitzung, zu der der Vorstand des Fördervereins Kultimo für Montagabend zum Auftakt seiner Unterschriftenaktion eingeladen hatte.

"Es ist wichtig, dass in Dottendorf diese Lesekultur bleibt." Viele Bewohner sind der gleichen Meinung. Rund 30 waren gekommen, um über weitere Aktivitäten mitzudiskutieren und die drohende Schließung zu verhindern.

Ihnen gab die Kultimo-Vorsitzende Lore Görgen zunächst einen Überblick: Wie berichtet, schließt die Gaststätte im Erdgeschoss des Ortszentrums Ende Februar, Pläne zur weiteren Nutzung gibt es laut dem Ortsausschussvorsitzenden Burghard Mandt noch nicht. Bislang hatte die Stadtverwaltung vorgehabt, die Bibliothek im Obergeschoss auch zu schließen und als Zwischenlager für den Bestand der Bonner Zentralbibliothek zu nutzen.

Der Förderverein Der Förderverein Kultimo wurde 1998 gegründet. Er besteht aus 91 Mitgliedern - davon sind allerdings 84 Familienmitgliedschaften. Der Förderverein möchte kulturell Interessierte mit seinen Veranstaltungen ansprechen. Außerdem liegen den Mitgliedern vor allem die Kinder am Herzen, deswegen setzen sie sich für die Leseförderung ein. Eine Einzelmitgliedschaft kostet jährlich fünf, Familien zahlen zehn Euro. Weitere Infos unter www.kultimo.de. (jab)

Dieser Vorschlag sei seines Wissens nach vom Tisch, so Mandt. Das Presseamt der Stadt Bonn konnte das am Dienstag auf Anfrage nicht bestätigen: Die Angelegenheit werde nach wie vor geprüft und sei daher weiter offen.

Die Unterschriftenaktion, die der Förderverein der Bücherei vor einigen Tagen gestartet hat, ist ein erster Schritt des Widerstands: Die Listen liegen bis 28. Januar in der Bücherei und in anderen Einrichtungen aus, sind bei Mandt erhältlich und sollen auch an Schulen und Kindergärten an die Eltern verteilt werden: "Man muss auch sie auf die Problematik aufmerksam machen", sagte Claudia Liehsem vom Vereinsvorstand. Die Beteiligten waren sich einig: Die Kessenicher Bücherei sei zu klein, um die Schließung der Dottendorfer Stadtteilbibliothek abzufedern.

Daneben wurde über Konzepte diskutiert, mit denen man die Bücherei retten könnte: Reduzierung der Öffnungszeiten, Einbindung von ehrenamtlichen Kräften, Öffnung der Räume für Abendveranstaltungen und VHS-Kurse, verstärkte Werbung für eine Fördermitgliedschaft und mehr.

Großen Zuspruch erhielt die Idee, zeitnah eine Demonstration gegen die Schließung zu veranstalten. Denn das Problem sei, dass viele dem Thema gleichgültig gegenüber stehen. "Wir müssen die Öffentlichkeit wachrütteln", war Görgen überzeugt.