Diskussion im Uniclub

Das sind die Anforderungen an eine attraktive Innenstadt

Sparkassen-Neubau am Friedensplatz: Die Tiefgarage unter dem Gebäude wird Bankmitarbeitern vorbehalten sein.

BONN. Ein gutes Konsumangebot, ein lebendiges Kulturleben, eine ins Stadtleben integrierte Uni und Kreativwirtschaft sowie ein gepflegter internationaler Tourismus: Das sind die Zutaten, um eine Innenstadt attraktiv(er) zu machen. Claus-C. Wiegandt, Leiter der Arbeitsgruppe Stadt- und Regionalforschung an der Universität Bonn, stellte die "Entwicklungslinien im urbanen Pentagon" bei einer Podiumsdiskussion im Uniclub vor, zu der Sparkasse KölnBonn und der Verein City-Marketing Bonn eingeladen hatten.

Wiegandt stellte fünf Anforderungen an eine attraktive Innenstadt, die kaum voneinander zu trennen sind. Die bauliche Gestaltung etwa als Visitenkarte, eine Atmosphäre, die positive Empfindungen auslöst, und Geborgenheit sind Faktoren, die zusammengehören. Der Professor forderte "Erlebnisqualitäten" in der Innenstadt und stärkte der Stadt Bonn mit seiner Forderung nach Gestaltungsvorgaben den Rücken.

Schließlich würde auch eine gute Mischung von Einzelhandel, Gastronomie und Kulturangebot einen Innenstadt beleben. Der wichtigste Punkt jedoch sei die Erschließung. Was angesichts der drohenden Schließung zweier Tiefgaragen und dem bevorstehenden Baumarathon auf den Straßen besonders schwer wiegt.

Ein Diskussionsschwerpunkt war der Neubau der Sparkasse am Friedensplatz. Die dort neu entstehende Tiefgarage soll später ausschließlich den Mitarbeitern der Bank zur Verfügung stehen. Da stellte sich für einige im Uniclub die Frage, warum der Handelskonzern Rewe, der in dem Neubau einen 1200 Quadratmeter großen Lebensmittelmarkt eröffnen wird, keine Stellplätze nachweisen müsse.

Stadtbaurat Werner Wingenfeld verwies auf die Münstertiefgarage, die öffentlich zugänglich sei. Rainer Vongerichten von der Rewe Group kündigte an, der Markt werde bis Mitternacht geöffnet sein.

"Das Einkaufsverhalten hat sich verändert. Dem wollen wir Rechnung tragen." Das sei aber kein Signal für den übrigen Einzelhandel in der Bonner City nachzuziehen, sagte Ralph Job, Geschäftsführer des Vereins City-Marketing: "Das kann vielleicht für den Lebensmittelsektor gelten, aber kein gemeinsames Ziel sein."