Sparkasse am Bonner Friedensplatz

Das 30-Millionen-Euro-Projekt nimmt Fahrt auf

Das Stadthaus im Rücken, davor die Baugrube: Auf den Grundstein klopfen (von links) Artur Grzesiek, Jürgen Nimptsch, Kai Eberhard (DAL) und Projektleiter Helmut Laufer.

BONN. Die Sparkasse legt den Grundstein für ihren Neubau am Friedensplatz. Dort ziehen 2013 auch Rewe und ein dm-Markt ein.

Die Zeiten des freien Ausblicks vom Friedensplatz auf das Stadthaus sind bald passé. Dafür werden jetzt bis zu 150 Bauarbeiter sorgen, die mitten in der Bonner Innenstadt den Neubau der Sparkasse KölnBonn hochziehen werden. In eineinhalb Jahren will das Geldinstitut dort einziehen und ist dann genau 100 Jahre am selben Ort präsent.

Der Zeitplan für das 30-Millionen-Euro-Projekt ist eng gesteckt: Deshalb war es am Montag zur Grundsteinlegung auch nicht möglich, das Festzelt für die 250 eingeladenen Gäste in der tiefen Baugrube aufzubauen. Statt dessen ließ die Sparkasse über Nacht ein Zelt auf dem Friedensplatz errichten, in dem Vorstandschef Artur Grzesiek versprach: "Der Rohbau wird schnell wachsen." Denn es werden nach Bagger und Schaufel nun Kran und Betonmischer die Arbeit übernehmen.

Rund 30 Millionen Euro kostet die neue Bonner Hauptstelle, Bauherr ist die Sparkassen-Tochter DAL (Deutsche Anlagen-Leasing). Und die Sparkasse zieht 2013 auch nicht alleine ein, sondern hat zwei Ankermieter gefunden: Es sind ein Rewe-Frischemarkt und ein dm-Drogeriemarkt, die das Einzelhandelsangebot im Bonner Zentrum ergänzen.

Für weitere Ladenflächen sollen noch Betreiber gefunden werden, zum Beispiel aus den Branchen Bekleidung, Schuhe oder Sportartikel. "Wir hoffen, so für die Menschen einen attraktiven und lebendigen neuen Standort zu schaffen, zu dem man gern jeden Tag zum Einkaufen und für seine Bankgeschäfte kommt", so Grzesiek.

Auch Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch findet einen solchen Mix aus Finanzdienstleistung und Einzelhandel attraktiv. "Von diesem Projekt profitieren alle", sagte er in seinem Grußwort. "Der heutige Tag geht in die Bonner Stadtgeschichte ein."

Denn dass die Sparkasse zur Historie Bonns gehört, daran besteht kein Zweifel. Schon 1913 stand hier am Friedrichsplatz, wie der Friedensplatz damals hieß, die Hauptstelle der "Städtischen Sparkasse zu Bonn", eines der drei Vorgängerinstitute der Sparkasse Bonn. Weil das Haus nach dem Zweiten Weltkrieg zu eng wurde, riss man es 1955 ab. Der Neubau als "Haus der 500 Fenster" wurde innen mehrfach umgebaut und 2010 wieder abgerissen, was letztlich der Belastung mit Asbest und dem unzureichenden Brandschutz geschuldet war.

Bisher ist das Neubauprojekt noch im Kostenrahmen, auch wenn sich die Arbeiten um ein halbes Jahr verzögert haben, sagte Projektleiter Helmut Laufer: "Es war nicht immer so, dass ich entspannt in die Baugrube geblickt habe." Es galt eine Fernwärmeleitung zu verlegen, eine schwierige Verbausituation zu stemmen, die Nachbargebäude zu sichern und die alte Bastionsmauer der Stadt zu sichern. Diese 15 Meter Mauer zu erhalten, habe die Sparkasse allein eine Million Euro gekostet.

Die "Zeitkapsel"

Statt Münzen, Zeitungen und Dokumente im Mauerwerk zu deponieren, wird eine "Zeitkapsel" versenkt - gefüllt mit Gaben von Bonnern, die das Leben im Jahr 2012 widerspiegeln. Die Sparkasse steuert ein Sparbuch mit 2044 Euro bei, OB Jürgen Nimptsch eine Gedenkmünze. In 30 Jahren soll die Kapsel wieder geöffnet werden.

Der Zeitplan für den Neubau der Sparkassen-Zentrale

Februar 2009: Entscheidung für den Neubau am Friedensplatz und damit Verzicht auf eine Sanierung.

Juni 2009: Wettbewerbsentscheidung zugunsten des Entwurfs des Büros Ortner & Ortner (Berlin).

März 2010: Räumung des Altbaus und Entkernen der Büros.

August 2010: Abriss-Beginn.

Februar 2012: Start des Neubaus mit Aushub der Baugrube und Verlegung einer Fernwärmeleitung.

April 2012: Grundsteinlegung.

Mai 2012: Fertigstellung der Bodenplatte.

Dezember 2012: Fertigstellung des Rohbaus.

Januar 2013: Richtfest.

August/September 2013: Fertigstellung des Neubaus.