Tolles Grill-Wetter

Zehn Tipps für das perfekte Grillen

Gegrilltes sollte man besser marinieren, bevor es auf den Grill kommt.

Gegrilltes sollte man besser marinieren, bevor es auf den Grill kommt.

Bonn. Bis zu 30 Grad und viel Sonne - das Wochenende ist perfekt für eine ordentliche Grillparty. Wir haben zehn Tipps fürs perfekte Grillen.

Die Deutschen gelten als die Weltmeister im Grillen. Kaum ein anderes Volk steht so gerne am Rost. Und die Voraussetzungen so richtig in die neue Grill-Saison zu starten, könnten kaum besser sein. Denn uns erwartet Sonne satt bei Temperaturen bis 30 Grad. Damit das Grillfest perfekt gelingt, hat ga-bonn.de die besten Tipps zusammengestellt:

1 Das richtige Timing

Die wichtigste Regel beim Grillen ist die Zeit. Legen Sie das Grillgut erst auf, wenn die Glut komplett weiß schimmert. Sonst ist keine konstante Hitze gewährleistet. Profis verzichten meist auf chemische Grillanzünder – wegen ihrer unklaren Inhaltstoffe. Die natürliche Alternative: wachsgetränkte Holzwolle. Oder der Anzünderkamin, bei dem die Kohle im Metallzylinder angefeuert wird und sich durch die Luftzufuhr von allen Seiten schnell die gewünschte weiße Ascheschicht bildet.

2 Die perfekte Temperatur

Für richtiges Grillen ist die Temperatur entscheidend. Da hilft der Handtest: Halten Sie die flache Handfläche knapp über den Grillrost. Die Glut hat die richtige Temperatur, wenn Sie es drei Sekunden aushalten. Nehmen Sie Fleisch 15 Minuten vor dem Grillen aus dem Kühlschrank, um es auf Zimmertemperatur zu bringen. Dann gart es gleichmäßig durch.

3 Grillrost besser einölen

Bevor das Grillrost belegt wird, muss es eingeölt werden. So verhindern Profis, dass etwas daran festklebt. Nach dem Grillen unbedingt alle (Fett-)Reste vom Grillrost wieder entfernen. Rohe tierische Lebensmittel können krankheitserregende Keime enthalten. Bei gut durchgegrillten Steaks sind Bakterien kein Problem. Eine Übertragung von Keimen von rohen auf gegarte Lebensmittel lässt sich vermeiden, wenn verschiedenes Besteck und Teller verwendet werden.

4 Wann ist das Grillgut fertig?

Wer beim Grillen sämtliches Grillgut gleichzeitig auflegt, wird sich am Ende ärgern – denn es gibt unterschiedliche Zeiten, bis alles fertig ist. So kommen Hähnchenkeulen und Sparerips als erstes auf den Grill. Sie brauchen mit je 20 Minuten Grillzeit am längsten. Maiskolben sind nach zehn Minuten Kochzeit im Topf und weiteren zehn Minuten auf dem Grill fertig. Kartoffeln, eingewickelt in Alufolie, brauchen zehn bis 15 Minuten, große Backkartoffeln sogar 20-30 Minuten. Schweinespieße sind nach rund 15 Minuten soweit.

Chicken Wings brauchen etwa zwölf Minuten auf dem Grill, gefolgt von Rinderspießen, die nach etwa zehn bis zwölf Minuten Grillzeit durch sind. Würstchen sollten etwa zehn Minuten auf dem Grill bleiben, Schweinerückensteaks rund sechs Minuten. Rindersteaks brauchen zwei bis drei Minuten pro Seite, etwa genauso lange in Scheiben geschnittene Auberginen sowie Champignons. Verkohlte Stellen an Gegrilltem nicht verzehren.

5 Kein Bier auf dem Grill

Auf das bei vielen beliebte Ablöschen des Grillguts mit Bier sollte man besser verzichten: "Das ist eine der schlimmsten Angewohnheiten deutscher Hobbygriller", sagt Elmar Hör vom Grillsportverein Suarius. "Bier trinkt man und schüttet es nicht über das Fleisch. Das wirbelt nur die Asche auf und wird dann mitgegessen. Eine Todsünde!" Auch Fleisch in Bier einzulegen, sei verpönt.

6 Grillzange statt Gabel

Hör rät zudem dazu, eine Grillzange zu benutzen: "Sticht man mit einer Fleischgabel zu, läuft Fett und Saft aus den Würstchen. Das wirbelt die Asche auf und die Flocken landen dann an den Würstchen." Erhöhtes Risiko bestehe, wenn man in Käsewürstchen sticht: "Die platzen auf, der Käse spritzt einem ins Gesicht und dazu lodern die Flammen richtig auf. Echt kein Vergnügen!"

7 Auf den Abstand kommt es an

Grillexperten empfehlen, einen Abstand zwischen Grillrost und Grillkohle von wenigstens zwölf Zentimetern einzuhalten. Ansonsten würde das Grillgut zu heiß werden und unter Umständen anbrennen. Als Brennmaterial für den Holzkohlegrill eignen sich am besten Holzkohle oder Grillbriketts. Den Grill rechtzeitig anheizen und so lange durchglühen lassen, bis sich eine weiße Ascheschicht gebildet hat. Grillgut erst auflegen, wenn kein Rauch mehr aufsteigt - am besten Grillschalen verwenden.

8 So gelingen Bratwürste perfekt

Bratwürste werden saftig, wenn man sie vor dem Grillen für rund fünf Minuten in einer Aluschale mit Deckel auf den Rand des Grillrostes stellt. Das Fett wird dann geschmeidig und die Luft in den Würsten dehnt sich aus. Danach bei mittlerer Hitze braun und knackig fertiggrillen.

9 Der richtige Umgang mit Marinaden

Leckere Marinanden geben dem Fleisch beim Grillen den letzten Pfiff. Achten Sie aber darauf, dass Sie Marinaden vor dem Grillen abtupfen – sonst wird das Fleisch nicht richtig braun und die Marinade tropft auf die Glut. Stückchen aus der Marinade wie Kräuter oder Zitronenschalen unbedingt vor dem Grillen vom Fleisch wischen, sonst verbrennen sie und das Gegrillte wird dann bitter.

Fleisch, Fisch oder Gemüse erst nach dem Grillen salzen. Das Grillgut wird sonst trocken und leidet am Geschmack. Wer Alu-Grillschalen oder Alufolie verwendet, sollte später würzen: Denn Salz und Säure lösen Aluminium und übertragen es aufs Grillgut. Das gilt auch für Käse, der wegen seines Salzgehalts niemals in Alufolie eingewickelt werden sollte.

Grillsachen mit würziger Marinade am besten selbst einlegen, weil hierbei auf Zusatzstoffe verzichtet wird und die Beschaffenheit von Fleisch und Fisch besser beurteilt werden kann. Bevor Grillwaren abgetupft in die Grillschale wandern, sollten sie bis zu 24 Stunden im Kühlschrank mariniert werden - je dicker das Fleischstück umso länger.

10 Der geeignete Grillplatz

Jeder Rost braucht einen sicheren und festen Standplatz. Ein Holzkohlegrill darf jedoch niemals in der Garage oder in Räumen angefacht werden – auch nicht, wenn Fenster oder Türen geöffnet sind. Das entstehende Kohlenmonoxid kann zu tödlichen Vergiftungen führen. Deshalb darf die Restwärme des Grills auch nicht drinnen als Heizquelle dienen.

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