"Immer freie Stellplätze": Heimerzheimer streiten um einen Parkplatz

"Immer freie Stellplätze" : Heimerzheimer streiten um einen Parkplatz

Anlieger kritisieren die Begrenzung der Parkdauer auf dem Gottfried-Velten-Platz in Heimerzheim. Ein Geschäftsmann findet bei Stichproben immer freie Plätze.

Die Gemeinde Swisttal will die Parkdauer auf dem Gottfried-Velten-Platz auf drei Stunden begrenzen. Der Platz sei oft voll besetzt, man wolle auch im Interesse der umliegenden Geschäfte und der Gastronomie das Dauerparken verhindern, sagt Gemeindesprecher Bernd Kreuer. Die Regelung gilt ab dieser Woche. Nach einer Karenzzeit von zwei Wochen sollen bei Nichtbeachtung Knöllchen verteilt werden.

Wilfried Rang, der in der Nähe des Gottfried-Velten-Platzes an der Kölner Straße seine Fahrschule betreibt, kann die Aktion nicht nachvollziehen. Er und einige Anwohner befürchten, dass Autofahrer ihre Wagen nun vermehrt an der Ballengasse abstellen. Rang sagt, Parkzeitbegrenzungen seien nur dort sinnvoll, wo zu wenig Stellplätze zur Verfügung stünden. Dies sei auf dem Gottfried-Velten-Platz aber nicht der Fall.

Dort stehen insgesamt etwa 45 Plätze zur Verfügung. Und die seien nie alle belegt. Er habe im Sommer 2017 und Ende Februar täglich Stichproben gemacht und diese auch schriftlich dokumentiert. Ergebnis: Zu keinem von ihm kontrollierten Zeitpunkt sei der Platz voll gewesen. Immer seien zwischen sechs und 16 Stellplätze frei gewesen. Hinzu kämen zwei Behindertenparkplätze und zwei Plätze für die Stromzapfsäule.

Rang selbst nutzt den Parkplatz nicht, denn er hat drei Stellplätze vor seiner Fahrschule. „Warum verändert man etwas, was gut funktioniert?“, fragt er. Er vermutet, dass man sich vom Blick von der Kölner Straße aus habe täuschen lassen. Von dort sehe es tatsächlich so aus, als sei der Platz oft voll. Aber im hinteren Bereich seien immer Plätze frei.

Außerdem beklagt Rang den Zustand des vor einigen Jahren auf dem Velten-Platz angelegten Freizeitbereichs. Die als „mobil“ bezeichneten Blumenkästen seien alles andere als mobil, sondern mittlerweile sehr instabil. Die Bank sei renovierungsbedürftig, ein Basaltstein sei aus dem Brunnen entfernt worden und der Boden sei mit Scherben übersät. Rang führt diesen Zustand auf Jugendliche zurück, die sich dort abends häufig träfen. Dazu sagte Gemeindesprecher Kreuer, der Bauhof werde das Plätzchen samt Brunnen zum Frühjahr wieder herrichten.