1. Region
  2. Siebengebirge
  3. Königswinter

Versöhnung nach dem Streit: Königswinters Bürgermeister und der CDU-Chef demonstrieren Eintracht

Versöhnung nach dem Streit : Königswinters Bürgermeister und der CDU-Chef demonstrieren Eintracht

Neues Jahr, neues Glück nach dem Streit zwischen Bürgermeister Peter Wirtz und der CDU-Fraktion. Und CDU-Ratsfrau Ingeborg Lindner verzichtete auf die angekündigte Demonstration gegen die Gesamtschule.

Wohl selten waren die Mitglieder der Senioren Union im CDU-Stadtverband Königswinter mit so viel Spannung zum traditionellen kommunalpolitischen Neujahrsgespräch ins Haus Schlesien gekommen.

Einträchtig saßen CDU-Fraktionschef Josef Griese und Peter Wirtz am Dienstagnachmittag nebeneinander und beschworen nach den Differenzen zur Gesamtschule ihre zurückgewonnene Eintracht. "Wir arbeiten weiter gut zusammen. Das ist unsere Aufgabe für die Stadt. Und das werden wir auch so machen, Peter!", meinte Griese geradezu beschwörend mit Blick auf seinen Sitznachbarn.

Wirtz wiederholte seine Entschuldung gegenüber der CDU, deren Kandidat er in drei Wahlkämpfen war. "Das war ein nicht schöner Akt. Die Verärgerung ist nachzuvollziehen. Das ist aber der erste Fall in 13 Jahren. Es kann nicht sein, dass man daran alles scheitern lässt", so der Bürgermeister.

Hätte man den Applaus der CDU-Senioren gemessen, hätte der Phonmesser bei einigen anderen Meinungsäußerungen deutlich höhere Werte angezeigt als bei denen von Wirtz und Griese. Es wurde deutlich, dass die meisten Redner aus den Reihen der Altvorderen ihre Enkel nicht auf einer Gesamtschule anmelden würden - heute so wenig wie vor 22 Jahren, als es in Königswinter einen heftigen Schulstreit gegeben hatte, der der Stadt am Ende das CJD statt einer Gesamtschule brachte.

"Je kleiner der Unterschied in der Begabung zwischen den Schülern ist, desto besser ist das für sie", hielt Gert Hammer, der Vorsitzende der Senioren Union, ein Plädoyer für das dreigliedrige Schulsystem. Es sei auch trotz des Stadtratsbeschlusses erlaubt, Überzeugungsarbeit bei den Eltern zu leisten. Hammer: "Wenn aber die 100 Anmeldungen zusammen kommen, muss es für die CDU Pflicht sein, dafür zu sorgen, dass es eine gute Schule wird."

Ehrenvorsitzender Karl Heinz Tewes bemängelte die Informationspolitik seiner Partei. "Stadt- und Ortsverbände könnten mehr tun." Hammer merkte an, dass das Unwohlsein in der Senioren Union weit verbreitet sei, wie das im Stadtverband laufe. Angesichts der Stellungnahmen gegen die Gesamtschule und der Kritik an den Entscheidungsträgern wurde Ingeborg Lindner fast wankelmütig.

Nachdem die Schulpflegschaft des Gymnasiums am Oelberg sie gebeten hatte, auf Aktionen gegen die Gesamtschule bei den Infoabenden zu verzichten, erläuterte sie nochmals, warum sie demonstrieren wollte. Als sich keine Hand zum Applaus rührte, gab die CDU-Ratsfrau jedoch klein bei.