Sohn schmilzt die Zinnsoldaten ein: Musikalisches im Wohnstift Augustinum in Bad Neuenahr

Sohn schmilzt die Zinnsoldaten ein : Musikalisches im Wohnstift Augustinum in Bad Neuenahr

Weihnachtliches mit Burkhard Sondermeier und Igor Kirillov erklingt am Nikolaustag. Bei den beiden Entertainern kamen die Senioren im im Wohnstift Augustinum in Bad Neuenahr voll auf ihre Kosten.

„Alle Jahre wieder“, „Kling Glöckchen klingelingeling“, „O Tannenbaum“: Alt bekannte Weihnachtslieder erklangen im Wohnstift Augustinum in Bad Neuenahr, und Bewohner und Gäste sangen fröhlich mit. Schließlich gehört das gemeinsame Singen zu den Erfahrungen der Senioren aus ihrer Kindheit. Diesmal allerdings blieb es nicht beim Singen, vielmehr waren Gäste auf der Bühne: Burkhard Sondermeier (Sprecher) und Igor Kirillov (Flügel) boten ihre „Schöne Bescherung“, bei der auch die Satire zu ihrem Recht kam.

Etwa ganz am Schluss, als sich die Familie und die ganze Nachbarschaft im festlich hergerichteten Zimmer versammeln und feststellen müssen: „Der Baum nadelt.“ Nur, als der gerufene Experte kommt, hat das Spiel ein Ende. Der Baum nadelt nicht mehr. Ob nun schon alle Nadeln auf dem Boden lagen, oder die Tanne es sich angesichts des Fachmanns anders überlegt hat – erfährt man leider nicht.

Makaber dagegen Loriots „Adventsgedicht“, bei dem Försters Frau sich vorgenommen hat, ihren Mann am Nikolaustag umzubringen. In die Naturidylle hinein fällt der Schuss, Försters Frau zerteilt den Erschossenen fachgerecht, wickelt die Stücke in Weihnachtspapier und gibt sie dem Knecht Ruprecht mit, der kommt, um Gaben zu sammeln.

Ansonsten war’s recht friedlich an dem Abend. Einen großen Bogen spannten die Aufführenden um das Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“, das zwischen immer neuen Geschichten in ganz unterschiedlichen Variationen erklang. Es waren nette Geschichten: Da schenkt ein Kind seinen Eltern seine Träume: ein Haus mit vielen Räumen und Weihnachtsbäumen. In der kleinen Erzählung des Kabarettisten Hanns-Dieter Hüsch „Die Bescherung“ geht es um den Weihnachtsbaum, der endlich einmal sparsam geschmückt werden soll, am Ende aber doch in aller Pracht und mit allem ausgestattet, was die Wohnung hergibt, da steht.

Die kleine Geschichte von Karl Heinrich Waggerl dreht sich um die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten, bei der Josef vergessen hat, Futter für sein Lasttier mitzunehmen. Da schmecken dem Esel auf einmal sogar Disteln.

Auch der Krampus beziehungsweise Hans Muff ist dabei. Ein Mann hat noch als Erwachsener Angstträume angesichts seiner Erfahrungen im Sack des schwarzen Gesellen. Er befreit sich davon, indem er zunächst zusammen mit anderen die „Weihnachtsmänner“ vom studentischen Schnelldienst attackiert und später selbst fröhlich in das rote Gewand schlüpft. Gegen Ende noch eine sehr „friedliebende“ Geschichte: Darin schmilzt ein Junge die Zinnsoldaten des Vaters ein. Der Vater hatte vor, die Schlacht von Verdun so zu stellen, dass die deutschen Truppen gewinnen.

Aufmerksam lauschten die Senioren den Darbietungen, sie hatten Spaß an den Erzählungen, amüsierten sich über die musikalischen Beiträge und stimmten am Nikolaustag immer gerne in die Lieder ein.

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