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Altenahrer Sommerrodelbahn: Meckenheimer Eigentümer Eugen Dick verzichtet auf Freizeitfläche

Altenahrer Sommerrodelbahn : Meckenheimer Eigentümer Eugen Dick verzichtet auf Freizeitfläche

Die gute Nachricht zuerst: Die Sommerrodelbahn hoch über Altenahr bei Kalenborn bleibt wie sie ist und dem Weinort als Attraktion für den Tourismus erhalten. Die schlechte Botschaft für Familien, die gerne mehr als nur rodeln möchten: Es wird kein zusätzliches Spielgelände an der Rodelbahn geben. Eigentümer Eugen Dick aus Meckenheim sieht sich durch die Politik gezwungen, seine Pläne zu den Akten zu legen.

Dabei begann alles so gut: 1983 eröffnete Dick die Rodelbahn. Rund 300.000 Fahrten pro Jahr gaben ihm recht. Denn er hatte auf Freizeitspaß gesetzt und gewonnen. 20 Jahre lang ging dann auch alles gut. Doch neben der Rodelbahn gab es einen Spielpark, und als Dick diesen erweitern wollte, begann der Ärger.

Die Gegner der Erweiterung stellten fest, dass es für die meisten Spielgeräte bisher keine Baugenehmigung gab. Konsequenz: Der vorhandene Großspielplatz mit Trampolinen, Elektro-Carts, Wackelrädern und vielem mehr wurde stillgelegt - bis heute. Notwendig für die Baugenehmigungen war ein Bebauungsplan, der einen Spielplatz auswies.

Im vergangenen Jahr startete Dick dann einen dritten Anlauf für einen Bebauungsplan. Er reduzierte den Plan für die Spielfläche auf ein Drittel der ursprünglich geplanten eineinhalb Hektar und wurde beim Altenahrer Gemeinderat vorstellig. Dieser sah die Sache positiv und beschloss einen entsprechenden Anlagenplan als Basis für einen Bebauungsplanentwurf.

Doch die Sache hat einen Haken. Denn der Verbandsgemeinderat müsste den Flächennutzungsplan ändern. Und da kommt die benachbarte Gemeinde Kalenborn ins Spiel. Deren Gemeinderat hatte das Vorhaben schon 2003 abgelehnt und sieht "keinen Grund, seinen Beschluss aus dem Jahr 2003 aufzuheben".

Die Kalenborner sehen heute wie damals durch eine Realisierung von Dicks Plänen ihre Ruhe gestört und fürchten um die Preise für ihre neuen Baulandflächen. Das wollen sie im Bauausschuss am Dienstag kundtun. Dabei liegen laut Dick die alten und neu geplanten Anlagen sowie die Parkplätze hinter einer Bodenwelle 1000 Meter entfernt im Tal und Wohnbebauung und das Bauland auf der Höhe.

"So kann das Vorhaben laut Gemeindeordnung nur bei einer Zweidrittel-Mehrheit des VG-Rates grünes Licht bekommen", sagt Büroleiter Peter Eschweiler aus dem Altenahrer Rathaus. "Das ist wegen der ablehnenden Haltung der Kalenborner Ratsmitglieder und der SPD-Fraktion so gut wie unmöglich", ist sich Dick jedoch sicher. "Ich werde das Verfahren mangels Erfolgsaussicht nicht mehr weiter betreiben." Damit käme dann automatisch auch das Aus für die weiteren 180 Parkplätze, die Dick an der Rodelbahn bauen wollte. Persönlich findet der Meckenheimer es unverständlich, dass wahrscheinlich nicht zwei Drittel der Mitglieder des Verbandsgemeinderats bereit wären, "die Haltung der Kalenborner durch ihr Abstimmungsverhalten zu korrigieren".

Die Kalenborner hatten, wie berichtet, mehrfach klar Position gegen Dicks Pläne bezogen und entsprechende Stellungnahmen im Rat und im Rathaus abgegeben.

"Es ist für die Region schade, dass die Politik in der Verbandsgemeinde es nicht schafft, sich auf diese Verbesserung des touristischen Angebotes ohne öffentliche Subventionen zu verständigen, die gleichzeitig zu mehr Steuereinnahmen führt. Bei mir als Investor und Betreiber würde nach Abzug von Löhnen, Investitionen, Steuern und Abgaben nur ein kleiner Teil der zusätzlichen Einnahmen verbleiben", so Dick.

Der Flächennutzungsplan steht jedoch noch auf der Tagesordnung des am 15. März tagenden VG-Rates, hieß es aus dem Altenahrer Rathaus. "Von einem Rückzug Dicks ist noch nichts bekannt", sagte Bürgermeister Achim Haag auf Anfrage. "Wir werden das prüfen."