Landwirtschaft in der Region

Erdbeersaison im Vorgebirge und Voreifel beginnt

Rhein-Sieg-Kreis. Obstbauern im Vorgebirge und in der Voreifel erwarten eine deutlich bessere Ernte als im vergangenen Jahr. Landwirte, die ihre Erdbeeren im Folientunnel oder im Gewächshaus anbauen, bieten die ersten frischen Früchte aus der Region bereits an.

Die Erdbeerernte im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis ist im vollen Gange. Landwirte, die ihre Erdbeeren im Folientunnel oder im Gewächshaus anbauen, bieten die ersten frischen Früchte aus der Region bereits an. Die Ernte auf den Freilandflächen geht erst in den kommenden Wochen los. Sollte die Witterung beständig sein, erwarten die Obstbauern in der Region eine gute Saison.

Die vergangene Erntezeit war für viele Bauern schwierig. Gründe: zu kalt, kaum Sonne, Frostnächte im April und Mai – schlechte Voraussetzungen für Erdbeeren. Dieses Jahr ist die Stimmung bei den Landwirten besser. Auch bei Stefan Schneider vom gleichnamigen Obsthof in Wachtberg: „2018 hat es uns die Natur etwas leichter gemacht. Wir müssen für die Ernte nicht so sehr kämpfen wie vergangenes Jahr.“

2017 hatte er einen Ernteausfall von gut 50 Prozent zu verkraften. Dieses Jahr rechnet er mit einem Ausfall von zehn bis 15 Prozent. „Das Wetter war nicht optimal, es wurde zu schnell zu heiß“, sagt Schneider. Seine Erntehelfer haben am 2. Mai mit der Arbeit im Folientunnel begonnen. Eine 500-Gramm-Schale kostet an den eigenen Verkaufsständen zwischen 2,80 Euro und 3,20 Euro.

Auf dem Fruchthof von Ralf Hensen in Swisttal-Mömerzheim ging es bereits Anfang April mit der Ernte los. Seine Erdbeeren wachsen in klimatisierten Gewächshäusern und können bis Dezember geerntet werden. Die Ernte der Freiland-Erdbeeren hat bei ihm bereits vergangene Woche begonnen, da die Pflanzen nachts mit Vlies und Folie abgedeckt werden. „Einige Beete sind auch überdacht, damit wir nicht in ein Loch fallen, wenn es permanent regnet“, erklärt Hensen. Die Früchte werden deutschlandweit vertrieben, an den eigenen Verkaufsständen kostet die 500-Gramm-Schale 3,70 Euro.

Folientunnel helfen beim Anbau

Auch Renate Bursch vom Biohof Bursch in Bornheim-Waldorf ist zufrieden mit dem Start in die Erdbeersaison. Seit vergangener Woche kann man auf dem Hof und auf 17 Wochenmärkten in der Region die frischen Erdbeeren aus Waldorf kaufen. In insgesamt acht Folientunneln helfen rund 40 Saisonarbeiter bei der Ernte. Hier wächst die Sorte „Clery“, sie gehört zu den frühreifenden Erdbeersorten und schmeckt süßlich. „In etwa zwei bis drei Wochen geht es dann auch mit den Freiland-Erdbeeren los. Die schmecken dann sogar noch ein wenig besser“, erzählt Renate Bursch. Die 500-Gramm-Schale der Bio-Beeren kostet 3,95 Euro.

Der Anbau im Folientunnel bietet viele Vorteile: Die Erdbeeren sind früher reif und besser geschützt. In Kombination mit Freilandanbau können sie länger angeboten werden – und das kommt bei den Verbrauchern gut an.

Laut Landwirtschaftskammer NRW isst jeder Deutsche statistisch gesehen 3,4 Kilogramm pro Jahr. Peter Muß vom Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauern schätzt die diesjährige Ernte bisher als ausgesprochen gut ein: „Wenn das Wetter sich einigermaßen hält, wird auch die Ernte bei den Freiland-Erdbeeren gut ausfallen.“

„Königin der Beeren“ wird im Rheinland angebaut

Für Freiland-Erdbeeren braucht es noch etwas Geduld. „Bei uns geht es wahrscheinlich erst nächste oder übernächste Woche los“, sagt Matthias Cremerius vom Obsthof Cremerius in Meckenheim. Die Früchte brauchen noch Zeit, um Farbe und Geschmack zu bekommen. Auch auf dem Obsthof Schneider dauert es noch etwas, bis auch auf den Feldern geerntet werden kann. Generell sieht Schneider die Zukunft des Erdbeeranbaus auf Stellagen in Folientunneln, das heißt, die Pflanzen wachsen nicht auf dem Boden, sondern eine Etage höher. „So haben wir viel weniger Probleme mit Schädlingen, Pilzkrankheiten und das Pflücken ist viel einfacher“, erklärt der Landwirt. Bei dieser Verfahrensweise ist auch weniger Pflanzenschutz nötig. Für Schneider ist es der „neue ökologische Weg“, er möchte in Zukunft komplett auf Stellagen umstellen.

Laut Angaben des Provinzialverbandes der Obst- und Gemüsebauern ist das Rheinland führend bei den ersten Früchten, die auf den Markt kommen. Im Rheinland wird die „Königin der Beeren“ auf einer Fläche von 17 Hektar in Gewächshäusern angebaut. Die Anbaufläche in Folientunneln liegt zwischen 250 und 300 Hektar. Insgesamt werden im Rheinland von rund hundert Betrieben Erdbeeren auf einer Fläche von 1700 bis 1800 Hektar angebaut. In guten Jahren liegt die Erntemenge im Freilandanbau bei neun bis elf Tonnen pro Hektar (10 000 Quadratmeter).