Geschichte in Ahrweiler: Die lange Hitzeperiode kostet die Römervilla viele Gäste

Geschichte in Ahrweiler : Die lange Hitzeperiode kostet die Römervilla viele Gäste

Der Zweckverband zieht eine Bilanz der Museumssaison. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es zehn Prozent weniger Besucher, auch aufgrund der Temperaturen mutmaßt der Museumsleiter Hubertus Ritzdorf.

Der heiße Sommer hat dem Ahrweiler Museum Römervilla in die Suppe gespuckt. „Temperaturen über 30 Grad sind kein Museumswetter“, sagte Museumsleiter Hubertus Ritzdorf in seiner Jahresbilanz. Diese zog er bei der Versammlung des Zweckverbandes, dem die Kreisstadt und der Kreis Ahrweiler angehören.

Knapp 20 000 Besucher wurden in der abgelaufenen Saison in der Einrichtung am Fuß des Ahrweiler Silberberges gezählt. „Das waren rund zehn Prozent weniger als in den Vorjahren“, sagte Ritzdorf. Ein Austausch mit anderen, vergleichbaren Museen habe gezeigt, dass es sich nicht um ein strukturelles Problem der Römervilla oder des Tourismus im Ahrtal handele. Denn überall habe es noch nie so niedrige Besucherzahlen in den Sommerferien gegeben wie in diesem Jahr. Auch habe sich der frühe Ostertermin zum Saisonstart als nicht förderlich erwiesen.

Dennoch: In diesem Jahr gab es mit rund 600 gezählten Führungen eine Konstante. Das hat für Ritzdorf einen Grund: „Buchungen, die in der Regel Monate vor der Führung erfolgen, sind weitgehend unabhängig vom Faktor Wetter.“ Positiv verlief auch der Verkauf im Shop der Römervilla. Dort wurde trotz gesunkener Besucherzahlen das Vorjahresergebnis von rund 22 000 Euro erreicht. Als positiv wertete Ritzdorf die Sonderausstellung „Spurensuche“. Für diese war es dem Museum gelungen, römische Fundstücke aus dem Kreis Ahrweiler, die seit 100 Jahren im Magazin des Bonner Landesmuseums eingelagert waren, erstmals der Öffentlichkeit zu präsentieren. Auch an der Kulturnacht zum 1125-jährigen Bestehen von Ahrweiler hat sich die Römervilla beteiligt: mit Sonderöffnung.

Mit 368 Besuchern war es der besucherstärkste Tag des Jahres. „Jedoch muss darauf hingewiesen werden, dass 262 dieser Besucher zur regulären Öffnung des Museums erschienen und lediglich 106 zur abendlichen Sonderveranstaltung kamen“, sagte Ritzdorf. „Für die Stadt war die Feier sicher ein großer Erfolg. Für die Zukunft ist zu beachten, dass die Römervilla bei solchen Veranstaltungen, wie schon bei den früheren Museumsnächten, räumlich zu weit von den Kernveranstaltungen in der Altstadt entfernt liegt.“

Für die Saison 2019 sind erste Öffnungen schon an den Wochenenden im März vorgesehen, der reguläre Betrieb startet vor Ostern gemeinsam mit der Öffnung der Dokumentationsstätte Regierungsbunker. In der Römervilla ist in der Saison eine Ausstellung mit Werken des Künstlers Wolfgang Kutzner unter dem Titel „Inspiration Pompeji“ geplant.

Mehr von GA BONN