Sorgen wegen Afrikanischer Schweinepest: Wildschweine sollen im Kreis Ahrweiler verschärft bejagt werden

Sorgen wegen Afrikanischer Schweinepest : Wildschweine sollen im Kreis Ahrweiler verschärft bejagt werden

2017 wurden im Kreis Ahrweiler 5000 Wildschweine erlegt. Das spricht für eine hohe Dichte an Sauen und für ein erhöhtes Risiko. Die Afrikanische Schweinepest ist von Osteuropa auf dem Vormarsch in Richtung Deutschland.

5000 Wildschweine wurden im vergangenen Jahr im Kreis Ahrweiler erlegt. Das spricht für eine hohe Dichte an Sauen – und für eine Gefahr. Denn die sogenannte Afrikanische Schweinepest ist von Osteuropa auf dem Vormarsch in Richtung Deutschland. „Ein Ausbruch hätte enorme Folgen für unsere heimische Fleischindustrie.“ Das sagte Kreisbeigeordneter Horst Gies, Landtagsabgeordneter und selbst Jäger, vor der Hauptversammlung des Rotwildrings des Kreises Ahrweiler in Kempenich.

Sein Publikum in der Leyberghalle: Jagdpächter, Jäger, Berufsjäger und Forstleute unter Vorsitz von Ralf Mocken. Gies sprach beim Abschuss von Schwarzwild von einem Rekordergebnis, forderte in Anbetracht der drohenden Seuchengefahr für den Kreis eine „weitere intensive Bejagung“. Dazu habe das Land als Obere Jagdbehörde auch die Bejagung mit Scheinwerfern freigegeben. Da setzt die Jägerschaft jedoch eher auf eine „verantwortungsvolle Kirrung“, also die Fütterung an bestimmten Stellen, um die Abschussquoten zu erfüllen. „Das ist in anderen Bundesländern auch so, die Jäger sollten daher in dieser Sache das Gespräch mit Mainz suchen“, sagte Gies.

Mocken nannte die Seuche ein Damoklesschwert, riet aber bei allen notwendigen Maßnahmen zu Augenmaß und dem Blick auf die praktische Umsetzbarkeit. Horrorszenarien seien fehl am Platz. Beim Rotwild wurde indes mit nahezu 1700 Stück die Abschussvorgabe der Kreisverwaltung als Untere Jagdbehörde so gut wie erfüllt. „Die hohen Abschusszahlen bedeuten aber auch, dass der Wildbestand sich weiterhin auf einem hohen Niveau bewegt“, sagte Gies. Daher sei es eine spannende Frage, ob die getätigten Abschüsse zu einer Reduktion des Bestandes geführt hätten. Eine Frage, die sich seit Jahren wiederholt, denn Wald und Wild gehören zwar zusammen, können es aber nicht miteinander. Dies zumindest, wenn es um die Forstwirtschaft geht.

Denn es gebe immer noch Reviere mit zu viel Wild. „Da muss die vorhandene Wilddichte weiter reduziert werden und an den hohen Abschusszahlen festgehalten werden“, forderte Gies in Vertretung von Landrat Jürgen Pföhler. Denn der „erheblichen Gefährdung waldbaulicher Ziele“ könne nur durch Abschüsse entgegengetreten werden: „Wir müssen weiter am Ball bleiben.“ Es sei Aufgabe der Hegegemeinschaften und somit auch des Rotwildrings, „einen Ausgleich zwischen einem gesunden Rotwildbestand und den land- und forstwirtschaftlichen Bedürfnissen herzustellen“.

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