Bunter Kindertraum: Vor 70 Jahren wurde das Seifenblasenrezept für Pustefix erfunden

Bunter Kindertraum : Vor 70 Jahren wurde das Seifenblasenrezept für Pustefix erfunden

Eine dunkelblaue Plastikflasche mit einem gelben Teddy - das ist das Markenzeichen der Seifenblasen-Firma Pustefix. Vor sieben Jahrzehnten entstand das bis heute geheime Rezept - per Zufall.

Kurzlebig, schillernd und fragil - das Spiel mit Seifenblasen. Seit dem Mittelalter ist es bekannt. Doch früher war es eine langwierige Angelegenheit: Es dauerte, bis man loslegen konnte. Das änderte der Chemiker Rolf Hein aus Tübingen. Fix und fertig, und das schnell, ein solches Seifenblasen-System erfand er - und taufte es auf den treffenden Namen Pustefix. Vor 70 Jahren hatte er die Idee.

1948, in den Nachkriegsjahren, mixte Rolf Hein die Seifenlauge zusammen. Wobei sie aus der Not heraus entstanden war. Denn eigentlich experimentierte der Chemiker an Waschmitteln, die er in jenen mageren Jahren gegen Lebensmittel tauschen wollte. Zufällig kam er auf die farbenfrohe Seifenmixtur, die sich als geniale Geschäftsidee erwies.

Inzwischen werden 1,3 Millionen Liter pro Jahr produziert. Weltweit interessieren sich Kunden dafür, in 50 Länder wird exportiert. Wachstumsraten gibt es vor allem im asiatischen Raum. „Mit 50 Prozent macht Deutschland jedoch den Hauptanteil aus“, sagt Frank Hein, Enkel von Rolf Hein und heutiger Geschäftsführer der Firma.

Der Pustespaß in der dunkelblauen Flasche mit gelben Teddybären und roter Kappe hat viele Kinderzimmer erobert. Erfinder Rolf Hein packte die Mixtur noch in Metallröhrchen mit Metall-Blasering. Verschlossen wurde das Ganze mit einem Korken, wodurch die Flüssigkeit leicht verdunstete. Heute sind alle Bestandteile aus Kunststoff.

Damit der bunte Kindertraum gelingt, sind in der am Stadtrand von Tübingen gelegenen Firma 25 Mitarbeiter beschäftigt. Die Rezeptur für die Seifenlauge ist so geheim wie jene von Coca-Cola. Und sie hat sich im Laufe der Jahre geändert. Inhaltsstoffe, die sich mittlerweile als gesundheitsschädigend erwiesen haben - was bei kindlichen Nutzern besonders schwer ins Gewicht fällt - wurden entfernt.

Dass Seifenblasen mehr sind als ein Kinderspiel, lässt sich im kleinen angeschlossenen Museum entdecken. Bücher liegen aus, die aufzeigen, dass sie beispielsweise als Hilfsmittel in der Architektur benutzt werden, um gewölbte Dachkonstruktionen wie etwa das Münchner Olympia-Gebäude zu bauen. Auch beim Training von Spürhunden kommen Seifenblasen zum Einsatz.

Das kleine, mittelständige Unternehmen wird in der dritten Generation von der Familie Hein geführt. Im Jahr 2011 wurde Pustefix an die österreichische Firma Stadlbauer verkauft. Frank Hein ist seitdem Angestellter im ehemals eigenen Unternehmen, hat aber als Geschäftsführer eine Führungsposition.

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