Minister: Chancen für Bodendorf sind gut: Roger Lewentz glaubt an den "Bad"-Titelerhalt

Minister: Chancen für Bodendorf sind gut : Roger Lewentz glaubt an den "Bad"-Titelerhalt

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) sieht für den Sinziger Stadtteil Bad Bodendorf "realistische Chancen" auf den Erhalt des Bad-Titels.

Dies teilte am Mittwoch das Innenministerium mit. "Ein entsprechender Antrag aus Sinzig wird wohlwollend geprüft", sagte Lewentz bei der Übergabe von Unterschriften von nach Mainz gereisten Sinziger Bürgern für eine Beibehaltung des Titels. Eine Gemeinde oder ein Ortsbezirk könne aus Gründen des Gemeinwohls die Zusatzbezeichnung "Bad" weiterführen. Aus seiner Sicht gebe es dafür durchaus gewichtige Anhaltspunkte.

"Es geht meiner Meinung nach auch um die touristische Bedeutung und einen Wirtschaftsfaktor im Fremdenverkehr", betonte der Minister. Außerdem führe der Ortsbezirk Bad Bodendorf die Zusatzbezeichnung seit 40 Jahren. "Hierdurch hat sich ein hoher Identifikationsgrad der mehr als 3000 Bürger des Ortsbezirks mit ihrem Bad-Titel ergeben", fügte Lewentz an. Er gehe davon aus, dass die Stadt Sinzig für ihren Ortsbezirk sehr bald einen entsprechenden Antrag stelle. Er wies allerdings darauf hin, dass die Entscheidung darüber der Landrat des Landkreises Ahrweiler in Abstimmung mit seinem Ministerium zu treffen habe.

Dem Ortsbezirk Bad Bodendorf der Stadt Sinzig wurde im Jahr 1972 die Bezeichnung "Bad" für das Heilbad Bodendorf verliehen. Wegen eines Verfahrens zur Aberkennung der Artbezeichnung "Heilbad" nach dem Kurortegesetz droht dem Stadtteil der Verlust des Namenszusatzes "Bad".

Dies hatte Wirtschafts- und Tourismusministerin Eveline Lemke (Grüne) vor wenigen Wochen bei einem offiziellen Besuch in Sinzig mitgeteilt. Lemke wohnt in Bad Bodendorf. Gerade dieser Umstand hatte zu viel Unmut geführt. Zahlreiche Bodendorfer gehen davon aus, dass Lemke das Aberkennungsverfahren in Gang gesetzt und somit dem Ort sehr geschadet habe.

FDP-Kreisvorsitzender Ulrich van Bebber hatte der Ministerin zudem vorgeworfen, ihr Amt "für private Zwecke benutzt zu haben", weil sie "eine private Aktivität", nämlich das Verfassen einer Resolution, "durch Nutzung von Personal und Infrastruktur" in ihrem Ministerium erledigen ließ.

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