Bad Bodendorf: Kampf um den Namen

Bad Bodendorf : Kampf um den Namen

Die Chancen für den Erhalt des Heilbad-Prädikates von Bad Bodendorf stehen schlechter denn je. Denn die seit nunmehr 15 Jahren existierende Mängelliste konnte nicht abgearbeitet werden.

Deshalb kündigte Wirtschaftsministerin Eveline Lemke am Montag im Sinziger Rathaus an, das vor mehr als 40 Jahren erteilte Prädikat zu widerrufen. Bis zum 24. Mai kann sich die Stadt Sinzig dazu noch äußern, sieht aber die Felle wegschwimmen. Lemke rechnet mit der Aberkennung noch im Sommer.

Eine Entwicklung, die Bürgermeister Wolfgang Kroeger bedauert, die Stadt aber bislang nicht aufhalten konnte. Kroeger: "Wir werden die weitere Vorgehensweise in den Gremien beraten. Entscheidend wird sein, ob die Voraussetzungen für den Erhalt des Heilbad-Prädikates mit wirtschaftlich vertretbaren Mitteln geschaffen werden können."

Das wird kaum der Fall sein, denn neben einem Investitionsschub im hohen sechsstelligen Bereich müssten per anno 300.000 bis 600.000 Euro nach Bad Bodendorf fließen. Kroeger: "Und das bei einer aktuellen Kurtaxe von 2000 Euro pro Jahr."

Der Stadtchef weiß aber: "Unabhängig vom Prädikat identifizieren sich die Bad Bodendorfer mit ihrem Ortsnamen." Daher gelte es, für den Namenszusatz zu kämpfen und Mainz zu bitten, alle Möglichkeiten zum Erhalt des Namens "Bad Bodendorf" zu prüfen. Das wiederum fällt nicht in das Ressort von Lemke (Grüne), die selbst in Bad Bodendorf wohnt und weiß: "Meine Nachbarn wären todunglücklich, wenn der Zusatz wegfallen würde." Für das Bad vor Bodendorf ist Innenminister Roger Lewentz (SPD) zuständig. Ihm will Lemke die Botschaft aus dem Sinziger Rathaus überbringen.

Überhaupt sei sie nur die Überbringerin der negativen Nachricht, sagte die Ministerin. Ihr Haus habe zu prüfen, ob die Anerkennungsvoraussetzungen nach dem Heilbädergesetz auf Bad Bodendorf zuträfen oder nicht. Aktuell sei das, wie 2003 zuletzt angemahnt, nicht der Fall.

Gleichzeitig hob Lemke jedoch hervor, dass es in Bad Bodendorf unter anderem durch den neuen Ahrsteig einen Strukturwandel im Tourismus in Richtung Zielgruppe Wanderer und Radfahrer gegeben habe. Den sei ihr Haus bereit, weiter zu unterstützen. So zum Beispiel durch den Anschluss des örtlichen Wander- und Radwegenetzes an das überörtliche Netz.

Was nicht funktioniere, sei das Modell Bad Honnef oder Bad Godesberg im Nachbarbundesland. Lemke: "Das rheinland-pfälzische Heilbädergesetz sieht historische Titel nicht vor." Über den Namen entscheide allein das Innenministerium.

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