Römer-Thermen in Bad Breisig: Der Unmut und die Sorgen wachsen

Römer-Thermen in Bad Breisig : Der Unmut und die Sorgen wachsen

Das Wellness-Bad kann erst 2019 saniert werden, da Zuschüsse erst verspätet fließen werden. Die Verärgerung in der Kommunalpolitik wird größer. Für die Stadt sind die Römer-Thermen Fluch und Segen zugleich.

Die geplante Schließung der Römer-Thermen in Bad Breisig zur energetischen Sanierung wird erneut verschoben. Dies teilte Werksleiter Toni Haas dem zuständigen Fachausschuss mit. Die Arbeiten können nicht – wie vorgesehen – zum Ende des nächsten Jahres durchgeführt werden, weil die Stadt Bad Breisig mit einem Zuschussscheid der EU nicht vor dem Frühjahr 2018 rechnen kann. Erst dann wird sich ein Abstimmungsverfahren zur Finanzierung des Gesamtprojektes mit dem Mainzer Innenministerium anschließen können. Das wird sich in die Länge ziehen.

Weiteres Problem: Die Sanierung muss von spezialisierten Fachfirmen durchgeführt werden, die derartig ausgelastet sind, dass an einen kurzfristigen Baubeginn ohnehin nicht zu denken ist. Haas: „Deren Auftragsbücher sind mindestens ein Jahr im voraus voll.“

Ein genauer Termin zur Schließung im Jahr 2019 steht noch nicht fest. Anstehende Unterhaltungsmaßnahmen werden im Rahmen der gegebenen Notwendigkeiten im laufenden Betrieb durchgeführt, kündigte der Werksleiter an. Der Trost für die Badegäste: Die Römer-Thermen werden ihnen also im nächsten Jahr wie gewohnt zur Verfügung stehen.

Der Kommunalpolitik wäre es allerdings lieber gewesen, wenn die Sanierung früher durchgeführt werden würde. Nicht zuletzt wegen des mit der Sanierung einhergehenden Einsparpotenzials: Alleine an Energiekosten sollen jährlich 250 000 Euro eingespart werden.

Als habe die EU-Hiobsbotschaft noch nicht gereicht, so setzte Haas im Werksausschuss noch einige Negativnachrichten drauf: Nachdem die Stadt bereits in 2016 einen in den Römer-Thermen eingefahrenen Verlust in Höhe von rund 705 000 Euro eingefahren hatte, so wird sich das Defizit im laufenden Jahr voraussichtlich noch weiter erhöhen. Haas rechnet zum Jahresende mit einem Minus von 775 000 Euro in der Kasse. Hierzu hatte vor allem ein Rückgang bei den Erlösen beigetragen.

In der Kommunalpolitik wächst der Unmut. Immerhin hatte man im Sommer 2016 mit Tanja Faßbender eine hauptamtliche Geschäftsführerin eingestellt, die das Bad vor allem in betriebswirtschaftlicher Hinsicht auf Vordermann bringen sollte. Die CDU wies auf die während der Betriebszeiten notwendigen Arbeiten hin, die man durchgeführt hatte, um das Bad überhaupt offen halten zu können. Die damit verbundenen Störungen hätten sicherlich nicht allen Nutzern gefallen. Einige seien daher nicht wieder gekommen.

Die SPD hingegen machte auch die nicht unerheblichen Erhöhungen der Eintrittspreise für den Besucherschwund verantwortlich. Die Union wollte das nicht bestätigen: Schließlich stehe man mit den Eintrittspreisen immer noch günstiger da, als vergleichbare andere Bäder. Stadtbürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch brachte es auf den Punkt: „Auch ich bin nicht froh über die Entwicklung.“

Wie ein schwerer Mühlstein hängen die Thermen am Hals der finanziell ohnehin gebeutelten Stadt. Ohne das Bad würde die Stadt am Rhein jedoch einen wichtigen Magneten verlieren.

Die Geschäftsführerin der Römer-Therme, Tanja Faßbender, kündigte nun an, im nächsten halben Jahr eine „Marketingstrategie“ vorzulegen. Die Kommunalpolitik machte indes schon jetzt deutlich: „Ein paar Flyer reichen nicht.“

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