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E-Ladestationen und Energiekonzept: V-Hotel auf dem Venusberg bewirbt sich um Bonner Energiepreis

E-Ladestationen und Energiekonzept : V-Hotel auf dem Venusberg bewirbt sich um Bonner Energiepreis

Das V-Hotel auf dem Venusberg bewirbt sich mit nachhaltigem Konzept für den Bonner Umweltpreis. Betreiber Harald Voit produziert auch Strom.

Das V-Hotel am Haager Weg hat eigentlich durch seine drei Baumhäuser im Vorgarten größere Bekanntheit erlangt, aber auch das Energiekonzept ist nicht zu verachten. „Wir müssen nur für circa 700 Euro im Monat Energie kaufen, produzieren aber für 1000 Euro Strom als Abfallprodukt unserer Wärmeerzeugung“, sagt Betreiber Harald Voit, aber dazu später mehr.

Vor dem Eingang stehen zwei Ladestationen für Elektroautos. So etwas haben bisher erst wenige Hotels wie das Kameha Grand, die Villa Godesberg oder auch die Redoute für ihre Gäste (der GA berichtete). Und Voit ist überzeugt davon, auch aus finanziellen Erwägungen: „Die Ladestationen werden von Gästen sehr gut nachgefragt.“

Wer ein Elektroauto fahre, suche auch seine Hotels danach aus, ob er sein Fahrzeug aufladen könne. Voit schätzt, dass er ein Prozent des Buchungsumsatzes aufgrund dieser E-Ladestationen erwirtschaftet. „Mit ihnen bekommen wir Gäste, die sonst nie herkommen würden.“ Dafür gibt's ein Bonbon: Für Direktbucher ist das Aufladen gratis, wer über eines der drei Buchungsportale kommt, zahlt 25 Cent pro Kilowatt.

Die Gastherme wird fast nie gebraucht

Unterm Strich kann Voit seinen Hotelier-Kollegen nur raten, ebenfalls in solche Ladestationen zu investieren. „Das ist zur Nachahmung empfohlen, wenn man an die Zukunft glaubt. Aber die Kollegen haben daran gezweifelt.“ Voraussetzung für die Investition sei aber, dass ein Hotel einen eigenen Parkplatz hat. Bevor Voit und seine Tochter Christina 2013 die Bauruine am Haager Weg zu einem Designhotel umgebaut haben, wurde viel über das Energiekonzept nachgedacht. Das Ergebnis: Im Keller läuft ein Blockheizkraftwerk und hat schon für 48.000 Euro Wärme und Strom produziert. „Damit hat es sich schon nach vier Jahren bezahlt gemacht.“

Das BHKW schnurrt bisher wie ein Kätzchen. Die Gastherme als möglichen Ersatz, falls mal was ausfällt, brauchte man bisher kaum.

Ein teures Vergnügen für Hoteliers ist normalerweise die Warmwasserbereitung, damit die Gäste duschen können. Nicht hier. Das V-Hotel hält keine Unmengen aufgeheiztes Wasser vor, sondern 18 Frischwasserstationen laufen vom Keller in die Etagen und 45 Zimmer und können Wasser aus einer einzigen Ringleitung im Keller abzapfen. „Dadurch müssen im Keller immer nur 20 Liter im Kreislauf warm sein“, erklärt Voit. Weiterer Vorteil: Dadurch brauche es keine Legionellenprüfung mehr, weil das Wasser nicht mehr lange stehe. „Das alles führt dazu, dass wir nur Nebenkosten von 68 Cent pro Quadratmeter für Strom-, Wärme- und Warmwassererzeugung haben.“

Voit und seine Tochter haben sich jetzt für den Bonner Energiepreis beworben, zumal sie mit weiteren Vorteilen punkten wollen: Alle Lampen sind natürlich in LED-Technik, Gäste können sich für 30 Euro pro Tag ein E-Bike ausleihen. Und demnächst soll noch mehr in den Klimaschutz investiert werden. „Wir planen eine 30 kw-Solaranlage und speisen damit eine eigene 30 kw-Batterie.“ Das koste zwar 60.000 bis 80.000 Euro, wofür es aber eine Förderung gebe. „Und wir planen zwei weitere Ladestationen, die wir dann natürlich aus unserer Batterie und unseren eigenen Strom speisen.“ Alles, was dann noch überschüssig sei, werde ins Bonner Stromnetz eingespeist. Voit ist sicher: „Das ist die Zukunft.“