Aktion von Femnet in der City: Bonner Verein erinnert an Einsturz von Textilfabrik

Aktion von Femnet in der City : Bonner Verein erinnert an Einsturz von Textilfabrik

Der Verein Femnet erinnert bei einer Aktion auf dem Bonner Bottlerplatz an den Einsturz einer Textilfabrik in Rana Plaza vor sechs Jahren und die Bedingungen in Fabriken in Asien.

Mehr als 1100 Menschen starben vor sechs Jahre beim Einsturz der Fabrik von Rana Plaza in Bangladesch. Es war das bislang größte Unglück in der Textilindustrie. Die Organisation Femnet setzt sich dafür ein, dass so etwas nie wieder passiert, und engagiert sich auch gegen die Unterdrückung von Frauen in der Textilproduktion. Am Mittwoch erinnerte die Organisation auf dem Bottlerplatz an das Unglück im Rana Plaza und wies auf die Missstände in der Textilbranche hin.

Mit symbolischen Aktionen zogen die Aktivistinnen die Aufmerksamkeit von Passanten in der Innenstadt auf sich: So nähte eine Aktivistin im Akkord an einer Nähmaschine, während sie eine andere in der Rolle als Aufseher immer weiter schimpfend antrieb und dabei auch gewalttätig wurde. Ziel der Aktion sei es, Maßnahmen zu erwirken, um Gewalt gegen Frauen zu beenden. „Es müssen entsprechende Gesetze erlassen werden“, sagte Gisela Burckhardt, die die Vorsitzende des Vereins Femnet ist.

„Gender based Violence“

Vor Kurzem erst startete der Verein das Projekt „Gender based Violence“. Damit soll erreicht werden, dass die Mitarbeiter in den Textilfabriken in Bangladesch und Indien lernen, sich selbst zu organisieren. Sie müssten aufgeklärt werden, damit sie innerhalb der Fabriken Komitees wählten, um den Arbeiterinnen und Arbeitern dort eine Stimme geben sollten. Bis Ende 2020 sollen in 20 Fabriken solche Komitee gebildet werden, so Burckhardt.

Auch in Schulen ist Femnet unterwegs: Vanessa Püllen, Referentin für globales Lernen, informiert Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen über die teils katastrophalen Zustände in der Modeindustrie. In Workshops erklärt sie zudem den Nutzen der verschiedenen Siegel oder das Konzept von „Slow Fashion“. Und auch die Stadt wird von Femnet beraten. So soll zum Beispiel bei der Arbeitskleidung der Mitarbeiter darauf geachtet werden, dass sie fair hergestellt wird. „Es hat sich herausgestellt, dass die fair gehandelte Arbeitskleidung sogar nur wenig teurer ist, als die normale Arbeitskleidung“, erklärte Burckhardt.

Nähere Informationen zum Thema „Faire Kleidung“ gibt es im Internet unter www. femnet-ev.de. Dort finden sich unter anderem auch Adressen von Modeläden in Bonn, die fair gehandelte Kleidung anbieten.

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