Niedergermanische Limes: Bonner Funde auf dem Weg zum Unesco-Welterbe

Niedergermanische Limes : Bonner Funde auf dem Weg zum Unesco-Welterbe

Der Niedergermanische Limes hat gute Chancen, Unesco-Welterbe zu werden. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und die Niederlande stellen derzeit eine Bewerbung zusammen, die bis Februar 2020 eingereicht werden soll.

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und die Niederlande stellen derzeit eine Bewerbung zusammen, die bis Februar 2020 eingereicht werden soll. Ist sie erfolgreich, hat der Niedergermanische Limes hat gute Chancen, Unesco-Welterbe zu werden. Dann könnten Fördergelder dafür genutzt werden, die römische Geschichte in Bonn stärker im Stadtbild zu präsentieren.

Die römische Provinz Niedergermanien (Germania inferior) umfasste das Rheinland und weite Teile Belgiens sowie der heutigen Niederlande. Hauptstadt der Provinz war die Colonia Claudia Ara Agrippinensium – Köln. Entlang des Rheins verlief der Limes auf 385 Kilometern Länge als Grenzeinrichtung gegenüber dem feindlichen freien Germanien von Remagen bis zur Rheinmündung bei Katwijk an Zee. Das hölzerne Castra Bonnensia, das Kastell Bonn, wurde im Laufe der Zeit ein wichtiger und stark befestigter Militärstützpunkt.

Der Rhein war für feindliche Verbände bereits ein erhebliches Hindernis. Die Römer mussten am „nassen Limes“ keine Wallanlage errichten.Wie an einer Perlenkette aufgereiht bildeten die Militäreinrichtungen ein in sich geschlossenes System. Verkehrsader für den Limes war auf deutscher Seite die überwiegend schnurgerade angelegte römische Reichsstraße entlang des Rheins, auf der heute in großen Teilen die Bundesstraße 9 verläuft.

Die derzeitigen Ausgrabungen an der Römerstraße gelten als wichtiger Bestandteil der Welterbe-Bewerbung, da sie mit Funden begründet werden muss. „Das Bonner Legionslager ist ein bedeutender archäologischen Platz des Niedergermanischen Limes“, sagt Uwe Steinkrüger vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege, dass die Ausgrabungen in Bonn koordiniert und an der Bewerbung beteiligt ist. Zu den Aufgaben gehören Forschungen zur Ausdehnung und dem Erhaltungszustand der Plätze. Voraussetzung für die Anerkennung ist zudem ein Managementplan, in dem Schutzmaßnahmen und die künftige Präsentation der Objekte festgelegt werden.

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