Ausstellung: "(k)ein Best of"

Streetart-Künstler "1zwo3" zeigt seine Werke in Bonn

Bonn. In den vergangenen zehn Jahren hat der Streetart-Künstler "1zwo3" 1000 Bilder, Paste ups, an Bonner Stromkästen geklebt. In seiner Ausstellung „(k)ein Best of“ in der Fabrik 45 sind diese bis Sonntag zu sehen.

Es begann mit einem Lemur und endete mit einem Starwars-Motiv. Genau 1000 Bilder, im Streetart-Jargon „Paste ups“ genannt, hat der Künstler „1zwo3“ in den vergangenen zehn Jahren in der Stadt verteilt. Motive von Tieren, Superhelden und Disney-Charakteren zierten die Bonner Stromkästen. Mit seinen angeklebten Bildern hat sich „1zwo3“ einen Namen in der Streetart-Szene gemacht. Nach fünf Jahren und 287 Tagen Abwesenheit kehrt der Künstler nun mit seiner Ausstellung „(k)ein Best of“ in die Fabrik45 zurück. Damit feiert „1zwo3“ sein 1000. Paste up.

50 laufende Meter Papier, 23 Edding-Stifte und sieben Rollen Klebeband brauchte der Künstler für die 127 ausgewählten Motiven seiner Ausstellung. „Es ist schön zu sehen, was ich in den letzten zehn Jahren gezeichnet habe“, sagt der Künstler, der anonym bleiben möchte. Das liege nicht daran, dass er mit seiner Kunst Gegenstände beschädige. „Meine Bilder lassen sich schnell mit warmem Wasser entfernen“, sagt er. „Außerdem beklebe ich nur Stromkästen und keine Privatgrundstücke.“

Seinen Wunsch nach Anonymität habe einen anderen Grund. „Es geht um meine Bilder, nicht um mich.“ Dass es den Künstlern um die Kunst an sich geht, ist auch Natascia Cuschié wichtig. Die Besitzerin der Fabrik45 gibt Künstlern Raum, um sich frei zu entfalten. „Bonn ist arm an Orten, an denen sich kreative Köpfe ausleben können“, so Cuschié. „Wir ermöglichen ihnen das.“ Einzige Voraussetzung sei ein vernünftiges Ausstellungskonzept.

„(k)ein Best of“ ist chronologisch aufgebaut. Unmittelbar hinter der Eingangstür der Fabrik hängt das erste Bild, das „1zwo3“ in einer Winternacht 2009 angeklebt hat: der Lemur. „Es war stockfinster und bitterkalt“, erzählt er. Die folgenden 999 Motive habe er dann meist beim letzten Spaziergang mit dem Hund angebracht. „Das Ankleben dauert nur sechs Sekunden“, so „1zwo3“. Die einzelnen Motive zeichnet der Künstler, dessen Kunstnote in der Schule „ausreichend“ war, in circa 40 Minuten. So schnell, wie die Zeichnungen angeklebt sind, sind sie häufig schon am nächsten Morgen wieder weg. Nachdem „1zwo3“ ein Kunstwerk montiert hat, macht er ein Foto von dessen Standort und lädt es in den sozialen Netzwerken hoch. Daraufhin machen sich Streetart-Fans auf die Suche, um das Bild abzuhängen.

„Meine Kunst ist sehr kurzlebig“, so „1zwo3“. „Das Schöne an Streetart ist, dass meine Kunst gesehen wird. Ich gestalte mein Umfeld.“ Wie es nach der Ausstellung für den Künstler weitergehe, wisse er noch nicht. „Ich habe einen Zettel, auf dem ich Ideen sammele. Diese Liste arbeite ich Stück für Stück ab, solange ich Lust habe“, sagt „1zwo3“. Bislang habe er nicht das Bedürfnis, damit aufzuhören.

Die Ausstellung „(k)ein Best of“ ist am Freitag von 18 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag, jeweils von 12 bis 18 Uhr, in der Fabrik45, Hochstadenring 45, zu sehen.