Kosten von rund 475.000 Euro

Riesiges Stahlnetz soll Tauben von WCCB-Passage fernhalten

So soll die Netzkonstruktion einmal aussehen.

So soll die Netzkonstruktion einmal aussehen.

Bonn. Ein riesiges Stahlnetz wird an der WCCB-Passage installiert, damit die Tiere den Fußweg nicht verdrecken. Die Kosten belaufen sich auf rund 475.000 Euro, der Bund fördert die Baumaßnahme mit 355.000 Euro.

Tauben haben die Lüftungs- und Versorgungsrohre oberhalb der Welckerpassage zwischen dem neuen Kongresssaal des World Conference Center Bonn (WCCB) und dem Marriott-Hotel für sich entdeckt. Zum Ärger der BonnCC GmbH, die das WCCB betreibt, und des Hoteleigners, der DevelopVisio Real Estate Konferenzhotel GmbH.

Das Problem: Durch den Taubenkot ist die Passage oft verdreckt und wäre dadurch zeitweise sogar unpassierbar, wenn der Weg nicht ständig sauber gemacht würde. Das soll sich nun ändern: Bauarbeiter verkleiden zurzeit die Rohre, damit dort in Zukunft keine Tauben mehr nisten. Bei dem Verkleidungsmaterial handelt es sich um dunkles Streckmetall, mit dem die Rohre ummantelt und so für die Tauben unzugänglich werden. „Das ist nicht nur praktisch, sondern sieht auch gut aus“, sagt Jörg Haas, zu dessen BonnVisio-Gruppe die Betreibergesellschaft des Hotels gehört. Allerdings sei der Einbau recht schwierig. „Man muss ja anschließend immer noch gut an die Lüftungsrohre herankommen“, erklärt Haas.

Rechtzeitig zur Klimakonferenz fertig

Sein Geschäftsführer Jörg Pierdzig erläutert die Vorgehensweise: Unter die städtischen Lüftungskanäle wird auf einer Fläche von mehr als 600 Quadratmetern ein Stahlnetz gespannt, das an einem Stahlbaurahmen an den Fassaden beider Seiten der Passage befestigt ist. Das Stahlnetz bekommt zwei Revisionsöffnungen, damit das Städtische Gebäudemanagement die Lüftungskanäle später warten kann. Die Beleuchtung soll mit LED-Ketten erfolgen.

Die geplante Fertigstellung ist Ende September, also rechtzeitig zur Weltklimakonferenz, so Pierdzig. Die Gesamtkosten beliefen sich auf voraussichtlich etwa 475.000 Euro. 355.000 Euro fließen aus Bundesmitteln, 45.000 Euro aus dem städtischen Haushalt. Pierdzig: „Die darüber hinausgehenden Kosten tragen wir.

Stadt und Investor haben lange verhandelt

Der Grund, warum die Passage erst zwei Jahre nach WCCB-Eröffnung verkleidet wird: Ursprünglich waren Hotel und WCCB als eine Einheit geplant. Es kam aber anders: Die Stadt Bonn ist Hausherrin im WCCB, und das Hotel wurde 2014 – damals noch als Rohbau – an Jörg Haas verkauft. Seither hatten die Stadt und der Unternehmer die Frage diskutiert, wer die Kosten für die nachträgliche Deckenverkleidung der Welckerpassage übernehmen müsse.

Denn Eigentümer der Passage ist die DevelopVisio Real Estate Konferenzhotel GmbH, die Versorgungsleitungen unterhalb der Decke gehören dagegen ausschließlich zum Konferenzzentrum. Dank weiterer Fördermittel des Bundes für Maßnahmen rund um das WCCB kam dann doch noch eine Einigung zwischen Haas und der Stadt zustande.