Gebäude ist Denkmal

Bund will den Bunker am Quirinusplatz verkaufen

Groß, stabil und mit zwei Meter dicken Betonmauern ausgestattet: Der Bunker in Dottendorf wartet auf einen neuen Eigentümer.

BONN. Gemessen an den Bonner Immobilienpreisen ist diese Immobilie in Dottendorf quasi ein Schnäppchen: Verkauft wird ein fast 1000 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem ein viergeschossiger Baukörper mit vielen Räumen und zwei Türmen steht. Der Hochbunker am Quirinusplatz. Und kosten soll er 285.000 Euro.

Den Bunker bietet die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) an. Wer ihn tatsächlich kaufen sollte, könnte darin auch die Musik laut aufdrehen, ohne dass sich jemand beschwert. Denn die Außenwände sind zwei Meter dick, im Keller sogar drei Meter. Doch im Ernst: Es gibt natürlich auch Nachteile. Denn der Bunker ist ein Denkmal und darf nicht abgerissen werden. "Die entsprechenden denkmalschutzrechtlichen Vorschriften sind zu beachten", heißt es ausdrücklich.

Außerdem gibt es keine Baugenehmigung, und er ist auch kurzfristig nicht bebaubar, geht aus dem Exposé der Bundesbehörde hervorgeht. Und schließlich gibt es keine Leitungen für Gas, Wasser und Fernwärme, die in das Gebäude führen, es ist lediglich ein Hausanschluss für Wasser vorhanden. Außerdem durchziehen Risse den Beton des gesamten Gebäudes. Ob sich unter diesen Voraussetzungen ein Käufer findet, steht in den Sternen.

Wer es dennoch wagt, kann zumindest mit kleineren Einkünften rechnen. Denn auf dem Dach des Bunkers steht eine Mobilfunkantenne, die derzeit für fast 10.000 Euro pro Jahr vermietet wird. Außerdem ist eine Sirene installiert. Es gibt noch ein paar weitere Einschränkungen. So ist die Kaufpreisvorstellung der Bundesanstalt von 285.000 Euro nur als Orientierungshilfe gedacht, heißt es. Und ob, wann, an wen und zu welchen Bedingungen der Verkauf stattfindet, behalte man sich auch vor. Besichtigen können Interessenten den Bunker am Quirinusplatz übrigens Donnerstag zwischen 10 bis 12 Uhr.

Die SPD begrüßte es am Dienstag, dass die Ausschreibung erfolgt ist. Schon 2011 sei das 1941/42 erbaute Gebäude aus der Zivilschutzbindung entlassen worden, das Innere blieb seitdem weitgehend ungenutzt, so Miriam Schmidt und Holger Clausen. Beide glauben, dass die Verkaufschancen gut stehen und könnten sich eine Wohnnutzung gut vorstellen. "Die umgebauten Bunker in Beuel und Poppelsdorf zeigen, was man heute alles aus diesen alten Relikten machen kann."