Schwere Proben

Duisdorfer Förderschüler machen beim Beethoven-Kinder-Fest mit

Im Stuhlkreis wird die gelernte Musik noch einmal geübt, für einen kleinen Gruß in die Kamera bleibt aber immer Zeit.

Im Stuhlkreis wird die gelernte Musik noch einmal geübt, für einen kleinen Gruß in die Kamera bleibt aber immer Zeit.

Duisdorf. Den Förderschülern der Königin-Juliana-Schule fällt es besonders schwer, eine Präsentation einzuüben. Dennoch freuen sie sich auf den Auftritt beim Beethoven-Kinder-Fest.

. „Wer war eigentlich Beethoven?“ Und vor allem: „Warum feiert man ausgerechnet hier in Bonn das Beethoven-Fest?“ Eigentlich einfache Fragen, aber die Förderschüler der Königin-Juliana-Schule in Duisdorf stellen sie bereits vor Probleme. Trotzdem wird eine Gruppe dieser Schule beim Beethoven-Kinder-Fest auftreten und ihre Präsentation am 23. Juni im Pantheon-Theater auf die Bühne bringen.

Wer schon eine normale Schulklasse als Rasselbande betrachtet, kommt hier ins Staunen, was die beiden Lehrerinnen Nele Katenbrink und Liz Lühder leisten. Unter ihren Schützlingen sind Autisten, Minderbegabte, Kinder mit Down-Syndrom und solche, die mit Geburtsschäden zur Welt gekommen sind. Für sie sind die beiden Lehrerinnen Motivatorin, Animateurin und Vorbild zugleich.

Aber bevor die Probe beginnen kann, muss erst mal alles Bekannte in aller Ruhe und mit einer Engelsgeduld wiederholt werden – unterstützt von Bildern, die Katenbrink in die Höhe reckt. Diese Kombination aus Sprache und Bildern ist an der ganzen Schule ein Prinzip, um den Schülern immer wieder das Lernen zu erleichtern, erklärt die Rektorin Ilona Kesselheim. Es handele sich schließlich um Kinder, die auch nach der Schulzeit auf lebenslange Unterstützung angewiesen sind.

Derweil fällt Roger, der selbst eine Afrofrisur trägt, zu Beethoven erst mal ein: „Der hat ganz komische Haare.“ Adrian, ein anderes Kind will gar nicht mitmachen, legt sich auf den Boden und ist auch nicht zur weiteren Teilnahme zu bewegen. Andere sind nicht bei der Sache, können sich nicht konzentrieren, vergessen Gesagtes immer wieder oder können sich nicht richtig ausdrücken. Beim Singen des Eingangsliedes fällt auf, dass vielen auch das rhythmische Mitklatschen schwerfällt. Alles Situationen, die in einer herkömmlichen Schulklasse wohl kaum in dieser Art vorkommen und das Lehrpersonal vor besondere Schwierigkeiten stellen. Kein Wunder, dass auch die Personalausstattung anders sein muss: Für die 167 Schüler stehen 50 Sonderpädagogen und Fachlehrer zur Verfügung, alleine 47 Schüler benötigen Einzelfallhelfer.

Trotzdem nimmt die Förderschule für geistige Entwicklung nun schon zum zweiten Mal amBeethoven-Kinder-Fest teil. In der Gruppe sind zwölf Kinder der ersten bis siebten Klasse, sie erarbeiten bei der Probe Bewegungen zu vier Sätzen der sechsten Sinfonie des Komponisten.

Unter dem Motto „Der Dreiklang“ arbeiten derzeit insgesamt zehn Bonner Schulen im Primarbereich an Projekten rund um Beethoven, seine Musik und Ideen. Für die Präsentation am 23. und 24. Juni im Pantheon, die von WDR- und Kika-Moderator André Gatzke geleitet wird, gibt es Karten zum Preis von acht Euro, ermäßigt vier Euro, an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder unter www.pantheon.de.