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Urban Gardening im Fokus: Wohnbau-Projekt in Beuel konzentriert sich auf Grünes

Urban Gardening im Fokus : Wohnbau-Projekt in Beuel konzentriert sich auf Grünes

Ende 2019 soll das Wohnprojekte in Beuel mit insgesamt 328 Wohneinheiten abgeschlossen sein. Schon jetzt sind viele der Rohbauten verkauft. Das Gebäude an der Kreuzung Sankt Augustiner/Niederkasseler Straße wächst kontinuierlich.

Stein auf Stein: Das Gebäude an der Kreuzung Sankt Augustiner/Niederkasseler Straße wächst kontinuierlich in die Höhe. Das vierte Stockwerk steht - vier weitere folgen noch. Die endgültige Höhe lässt sich an der Höhe des Kranauslegers ermessen, der sich Tag für Tag über der Baustelle dreht. Wie das markante Eckgebäude ("Stadttor") am Ende aussehen wird, lässt sich ebenfalls erahnen. Rechts und links von einem transparenten Glaskörper nach den Plänen des Bonner Architekten Jan van Dorp, der das Treppenhaus von außen einsehbar macht, gruppieren sich 79 Business-Apartments.

Die Idee für möblierte Wohnungen erschloss sich für den Projektentwickler Bonava aus der Analyse des Bonner Immobilienmarktes. „2014 kamen mehr als 4000 Pendler aus Orten, die mehr als 60 Kilometer von Bonn entfernt liegen. Der Arbeitsmarkt wird flexibler, der Arbeitgeber häufiger gewechselt. Deshalb sind kleinere Wohnungen gefragt“, erläutert Bonava-Projektleiter Daniel Korschill. „Rechtsrheinisch gibt es aber bislang kein derartiges Angebot.“ Pluspunkte des Standortes seien die Verkehrsanbindung und das gut strukturierte Wohnumfeld. Das Immobilienangebot richte sich an Kapitalanleger, die die Vermietung selbst übernehmen oder einem Verwalter übergeben können. Für Bonava ist das Konzept aufgegangen. Alle Apartments sind noch im Rohbau verkauft.

Der hintere Gebäudezug entlang des Bröltalbahnwegs ist annähernd fertiggestellt. Auch die 43 hochwertigen Eigentumswohnungen sind längst vergeben. Korschill ist trotz vorheriger guter Prognosen überrascht von der großen Nachfrage. „Viele Beueler aus der Nachbarschaft haben Wohnungen gekauft und wollen umziehen.“ Für sie sei beispielsweise die altersgerechte Ausstattung ein Argument. Einzugstermin ist ab November. Diese unmittelbaren Umschichtungen auf dem Immobilienmarkt im Stadtbezirk findet Korschill gut. „Sie bringen etwas Bewegung in die Wohnungssituation.“

Zuhause mit ökologischen Standards

Seit November vergangenen Jahres ist der mittlere Gebäuderiegel mit der Front zur Niederkasseler Straße auf dem insgesamt 15.000 Quadratmeter großen Bonava-Areal fertig gestellt. In vier Mehrfamilienhäusern sind 77 Mietwohnungen entstanden. Bonava hatte die Immobilie noch vor Baubeginn an die Industria Wohnen veräußert. Die langen Reihen der Namensschilder an den Briefkästen belegen, dass dort nichts mehr frei ist. Noch gähnt eine große leere Fläche auf dem Gelände: Baufeld 3, „Am Köppekreuz“. Aber nicht mehr lange. Die Baugenehmigung für diesen dritten Abschnitt hat die Stadt dem Projektentwickler Bonava bereits erteilt. Der Arbeitstitel für das Vorhaben lautet „Stadtgärten“; für die anderen beiden „Stadttor Bonn-Beuel“.

Geplant sind sechs Mehrfamilienhäuser mit 88 Wohnungen. Es ist das Projekt, über das Korschill, wie er einräumt, am längsten nachgedacht hat, bis er zufrieden war. „Uns geht es nicht allein darum, Häuser zu bauen. Sie sollen ein Zuhause sein und zudem nachhaltige ökologische Standards erfüllen. Genauso wichtig ist aber Wohnumfeld und Nachbarschaft“, erläutert er.

„Der hintere Bereich von Baufeld 3 ist für eine große Grünfläche vorgehalten. Für lieblos angelegte Spielplätze und langweilige Grünanlagen, die zu Hundewiesen verkommen, gibt es vielerorts Beispiele“, so Korschill. „Das wollen wir nicht. Unsere Idee ist, den Bewohnern neben den Gemeinschaftsflächen eine Obst- und Gemüsegartenfläche im Sinne des Urban Gardening zur Verfügung zu stellen.“ Auf dem Areal sollen 30 Gartenparzellen à 30 Quadratmeter angelegt werden. Drumherum stehen Gemeinschaftshochbeete; eine Streuobstwiese schließt sich an. Außerdem sind ein Spielplatz, eine Freifläche mit Sitzbänken, ein Grill- und ein Bouleplatz vorgesehen. Ein Gartenhaus mit Werkzeugen und Gerätschaften soll allen zur Verfügung stehen.

Das Konzept kommt laut Korschill gut an. Vier Häuser mit 56 Wohnungen seien bereits im Vertrieb und davon jetzt schon 38 Wohnungen verkauft oder reserviert. Ende 2019 soll eines der derzeit größten Wohnprojekte in Beuel mit insgesamt 328 Wohneinheiten abgeschlossen sein. Die schätzungsweise 700 Neubürger finden in Beuel eine funktionierende Infrastruktur. Ob ihnen etwas fehlt, beispielsweise Kindergartenplätze, wird sich zeigen.