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In Höhe der Jupp-Gassen-Halle: Oberkasseler wollen Schutzzaun errichten

In Höhe der Jupp-Gassen-Halle : Oberkasseler wollen Schutzzaun errichten

Seit mehr als 20 Jahren versuchen Politiker und Bürger ein drängendes Problem in Oberkassel zu lösen - bislang ohne Erfolg. Es dreht sich um den ungehinderten Zugang zu den Gleisen der Deutschen Bahn in Höhe der Jupp-Gassen-Halle.

Spaziergänger, die zum Rheinufer wollen, und Schüler der benachbarten Gottfried-Kinkel-Grundschule können problemlos die Bahngleise betreten. "Dieser Zustand bereitet uns Oberkasselern große Sorgen. Dass es an dieser Stelle noch zu keinem Unfall gekommen ist, gleicht fast schon einem Wunder", erklärte Hans-Georg Dreidoppel, Vorsitzender des Bürgervereins Oberkassel.

Wirklich niemand fühle sich für dieses Problem zuständig. Weder die Stadt Bonn noch die Deutsche Bahn seien bereit, dort einen Schutzzaun zu errichten. Wie groß die Gefahr ist, und wie intensiv diese Flächen betreten werden, beweist die Tatsache, dass der vom Bürgerverein vor drei Jahren provisorisch aufgestellte Zaun samt Sträuchern niedergetrampelt wurde und seitdem kaputt ist.

Daraufhin hat sich der Bürgerverein entschlossen, einen stabilen Zaun mit entsprechender Bodenverankerung zu errichten. "Deutsche Bahn und Stadt Bonn geben zwar kein Geld für den Zaun, haben uns aber die Genehmigung zur Aufstellung erteilt", berichtete Dreidoppel. Aber - und da stellt sich das nächste Problem - die Stadt machte den Bürgerverein bei der Absprache über den neuen Standort des Zauns darauf aufmerksam, dass er auch die Haftung für Schäden übernehmen müsse, die eventuell von dem Zaun ausgehen könnten.

"Wir sind zwar bereit, den Zaun zu bezahlen und selber aufzustellen, aber das Haftungsrisiko ist uns zu groß. Als Bürgerverein können wir für mögliche Kosten nicht geradestehen. Dann bauen wir eben keinen Zaun", sagte Dreidoppel resigniert. Der Bürgerverein wandte sich jetzt mit einem Hilferuf an den SPD-Bezirksverordneten Ralf Laubenthal. "Unsere letzte Hoffnung ist, dass die Politik die Verwaltung verpflichtet, das Haftungsrisiko zu übernehmen", so der Bürgervereinsvorsitzende.

Laubenthal weiß um das Problem: "Die KG Kaasseler Jonge hatte gerade erst in der Karnevalssession eine provisorische Absperrung aufgebaut, damit die Feiernden nicht von der Halle auf die Gleise laufen. Was wir benötigen, ist aber eine dauerhafte Absicherung." Laubenthal will für die nächste Sitzung der Bezirksvertretung Beuel eine Große Anfrage stellen und die Stadtverwaltung bitten, nach Möglichkeiten zu suchen, wie der Bürgerverein Oberkassel von dem Haftungsrisiko befreit werden kann.

"Es muss doch irgendeine Möglichkeit geben, dieses Sicherheitsrisiko zu beseitigen. Ich vertraue auf die Kreativität der Stadt", sagte Laubenthal. Das Geld für den Zaun hat der Verein teilweise schon eingesammelt, hofft aber noch auf Spenden von Bürgern und Unternehmern. Die Zeit drängt, da mit "Rhein in Flammen" die nächste Großveranstaltung am ersten Mai-Wochenende stattfindet.