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Laute Musik gegen tiefe Trauer: Bands spielen Benefizkonzert für die Hannah-Stiftung

Laute Musik gegen tiefe Trauer : Bands spielen Benefizkonzert für die Hannah-Stiftung

Zum zehnten Todestag der damals 14-jährigen Hannah spielten Bonner Bands zugunsten eine Stiftung. Die Mühlenbachhalle in Beuel war gut besucht.

Es gibt keinen Tag, an dem Volker Wiedeck nicht an seine Hannah denkt. „Wir haben gelernt, damit zu leben. Aber sie fehlt unglaublich. Tagtäglich“, erzählt er. „Doch so präsent wie derzeit war der Schmerz schon lange nicht mehr.“ Vor zehn Jahren, am 29. August 2007, wurde das damals 14-jährige lebenslustige Mädchen von einem 25-Jährigen Mann überfallen, gefesselt, geknebelt, vergewaltigt und schließlich ermordet. „Nach diesem grausamen Erlebnis konnte ich nicht in Resignation verfallen“, erklärt ihr Vater Volker Wiedeck. „Durch die Gründung der Hannah-Stiftung konnte ich den Schmerz wenigstens in etwas Sinnvolles umkehren.“

Auch die damaligen Freunde der Schülerin, Annika Lemke, Dennis Benjak und Alex Gerlack haben bis heute keinen Weg gefunden, um mit diesem Verlust umzugehen. „Natürlich ist sie immer noch da. Bei allem, was wir in den letzten Jahren erlebt haben, war Hannah irgendwie mit dabei.“ Deshalb wollten sie auch den zehnten Todestag nicht einfach so verstreichen lassen. „Wir wollten etwas Einmaliges auf die Beine stellen, um die Erinnerung an Hannah wach und lebendig zu halten“, sagt Annika Lemke. Daher hatten die Freunde zu einem großen Benefizkonzert zugunsten der Hannah-Stiftung in die Mühlenbachhalle nach Vilich-Müldorf eingeladen.

Ein Zeichen für Hannahs Familie

Lange bevor die Bands die Bühne betraten, kamen viele Jugendliche sowie junge Erwachsene, um an diesem Abend bei der Musik von „Querbeat“, „Und wieder Oktober“, „Joy Masala“, „Stranges and Friends“ sowie „Spiegelblick“ zu tanzen und zu feiern. „Es ist uns wichtig, dass wir Opfer von sexueller Gewalt und deren Angehörige unterstützen“, so Dennis Benjak, „die Hannah-Stiftung trägt dieses Thema dauerhaft in das öffentliche Bewusstsein und fördert Maßnahmen zur Prävention und unterstützt Einrichtungen, die Hilfen anbieten.“

Für Annika Lemke war an diesem Abend eines allerdings ganz wichtig. „Wir wollen allen, vor allem aber der Familie, zeigen, dass wir Hannah nicht vergessen haben. Auch nicht nach zehn Jahren“, sagt sie und fügt hinzu. „Außerdem ist dieses Konzert wichtig für uns. Denn wir brauchen solche Ereignisse, damit wir dieses schreckliche Erlebnis bewältigen können.“ Volker Wiedeck, der mit einem Infostand der Hannah-Stiftung an die Mühlenbachhalle gekommen war, hatte dann doch einen Grund zum Lächeln: „Hannah hätte das hier gut gefallen.“