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Treffen in der Godesberger Stadthalle: Bierkrüge als Sammelobjekte für bis zu 20.000 Euro

Treffen in der Godesberger Stadthalle : Bierkrüge als Sammelobjekte für bis zu 20.000 Euro

Die Vereinigung der Krugsammler Deutschlands trifft sich in der Godesberger Stadthalle. Darunter ist der Godesberger Wolfgang Seybold, der es seit rund 20 Jahren auf Bierkrüge abgesehen hat – dabei trinkt er überhaupt kein Gerstensaft mehr.

Manche sammeln Briefmarken, andere Münzen. Wolfgang Seybold hat es seit rund 20 Jahren auf Bierkrüge abgesehen. „Mein persönliches Sammelgebiet sind Reservistenkrüge der Kaiserzeit. Das Faszinierende daran sind unter anderem die abgebildeten Stadtansichten und das Bunte“, berichtet der gebürtige Mülheimer (Ruhr), der seit Jahrzehnten in Bad Godesberg lebt. „Auf 99 Prozent aller Kölner Bierkrüge ist zum Beispiel immer der Dom zu sehen“, ergänzt er. Als Mitglied im Vorstand des Krugsammlerclubs „Alte Germanen“ hat er mit dafür gesorgt, dass am kommenden Samstag, 29. September, ein „Internationales Bierkrug-Sammlertreffen“ in der Stadthalle stattfindet.

„Lassen Sie sich nicht abschrecken von dem Begriff ,Alte Germanen'“, sagt er lachend. „Wir sind keine Unterabteilung der AfD.“ 1982 gründeten mehrere „Gesinnungsgenossen“ eine Gemeinschaft zur Förderung des Sammelns von alten Krügen. Zurzeit hat der Verein 250 Mitglieder aus der gesamten Bundesrepublik, dem benachbarten Ausland und den USA. „Innerhalb unserer Sammlergruppe werden zumeist Krüge aus dem Herstellungszeitraum zwischen 1600 und 1920 gesammelt“, so Seybold. Das Sammelgebiet erstreckt sich dabei unter anderem auf Reservisten-, Studenten-, Berufs- und Zunftkrüge sowie hochwertige Brauereikrüge. „Die teuersten Krüge können bis zu 20.000 Dollar wert sein, seltene Krüge bewegen sich teilweise zwischen 500 und 1500 Euro“, so der Experte.

Authentische Zeitzeugen

Schwerpunktmäßig wird zum Zwecke der Kontaktförderung zweimal im Jahr eine Großtauschbörse abgehalten. Hierbei werden Krüge aller Art zum Tausch oder Verkauf angeboten und im gleichen Maße auch angekauft. „Unsere Tauschbörsen umfassen circa 40 Verkaufstische und werden von etwa 200 Sammlern und Gästen besucht. Die zum Kauf oder Tausch kommenden Krüge bewegen sich hauptsächlich in der Preislage zwischen 50 und 1000 Euro, in geringerem Umfang auch höher.“ Darüber hinaus besteht für Besucher des Sammlertreffens die Möglichkeit, Krüge mitzubringen und kostenlos von Fachleuten schätzen zu lassen. Mitglieder des Clubs erteilen Auskünfte über das Alter, den Hersteller und den Herstellungsort der mitgebrachten Krüge.

Bierkrüge sind für Seybold „authentische Zeitzeugen.“ Er selbst trinkt übrigens gar kein Bier – „das ist mir früher zu sehr aufs Gewicht geschlagen“, gibt er unumwunden zu. Das Treffen ist auch für ihn, den langjährigen Sammler, eine Art Fortbildungsveranstaltung. „Ich kaufe dort, sehe mir das an, lerne, und werde dann auch irgendwann meine Sammlung katalogisieren.“ Diese besteht zurzeit aus etwa 200 Krügen. Und sind Menschen, die Bierkrüge sammeln, nicht eher eine aussterbende Spezies? „Uns helfen besonders die Amerikaner“, so Seybold. „Die sind stark interessiert.“

Der Eintritt ist frei

Viermal jährlich wird für die Mitglieder auch eine eigene Vereinszeitschrift unter dem Titel „Alte Germanen Info“ erstellt. Dort werden ausgesuchte Artikel über das Sammeln von Krügen und Wissenswertes im Zusammenhang rund um die Krüge veröffentlicht. Der Verein verfügt über weltweite Kontakte und ist an den SCI (Stein Collector International) angeschlossen. Der Stammsitz befindet sich in den USA und umfasst circa 1500 Mitglieder. Innerhalb des SCI werden alle Arten von Krügen gesammelt, unabhängig von Alter oder deren finanziellem Wert. Aufgrund der engen Beziehung zu den amerikanischen Sammlern resultiert auch die Namensgebung des Sammlervereins.

Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen auch unter altegermanen-krugsammler.de