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"Schule, die uns fürs Leben prägte": Erste Schulstunde nach 50 Jahren

"Schule, die uns fürs Leben prägte" : Erste Schulstunde nach 50 Jahren

Ehemalige Absolventen des Friedrich-List-Berufskollegs besuchen erstmals wieder ihre alte Schule.

Es war ein "seltenes Ereignis" wie Hermann Hohn, Leiter des Friedrich-List-Berufskollegs, am Freitagvormittag bei der Begrüßung von insgesamt 14 ehemaligen Absolventen konstatierte.

Umso mehr sah man ihm die Freude an, die "Ehemaligen" durch "seine Schule" zu führen. "Viele sind hier oft nur für zwei oder drei Jahre zusammen, da stehen spätere Klassentreffen nicht ständig auf der Tagesordnung", so Hohn.

Zusammen gekommen waren die Absolventen der einstigen Klasse "HHU1 der zweijährigen Höheren Handelsschule an den Kaufmännischen Berufs- und Berufsfachschulen der Stadt Bad Godesberg." Die Klassenstärke betrug bei den Abgängern der Jahre 1969/70 damals 24 Schüler, 13 Mädchen und elf Jungs, "die Geburtsjahrgänge 1949 bis 1953", wie der Organisator des Treffens, Volker Gringmuth, berichtete.

Gringmuth war bereits damals Klassensprecher und stellvertretender Schulsprecher. "Wir hatten schon damals einen tollen Klassenzusammenhalt", lobte er seine alten Klassenkameraden. "Das war eine Schule, die uns fürs Leben prägte", so Gringmuth. Waren es vor 50 Jahren nur einige hundert Schüler, besuchen heute rund 2700 Schüler das Berufskolleg.

Vor allem an den einstigen Schuldirektor, für alle "Herr Oberstudiendirektor Küper", hatten viele noch nachhaltige Erinnerungen. "Der Küper war unheimlich streng", hieß es unisono, "dennoch konnten wir uns hier entfalten", meinte Gringmuth, der übrigens später seine Berufslaufbahn beim Schulamt der Stadt Bonn fortsetzte. "Hier hat sich alles total verändert", meinten viele während der Führung mit Hohn, schließlich war es das erste Klassentreffen mit Schulbesuch.

Zum letzten Mal hatte sich die Klasse vor drei Jahren in Bad Godesberg getroffen - ohne die Schule zu besuchen. Zum Abschluss lud Hohn die Teilnehmer noch zu einer Schulstunde in Betriebswirtschaftslehre bei Lehrerin Erika Althoff ein. Beim Fototermin im Klassenzimmer meinte ein ehemaliger Absolvent in Richtung von Hermann Hohn, der sitzend am Klassenlehrer-Pult Platz genommen hatte: "Herr Küper hätte immer gestanden!" Nach dem Schulbesuch ließen die Teilnehmer, darunter fünf aus Bad Godesberg, den Nachmittag bei einem gemütlichen Beieinander im Schaumburger Hof ausklingen.