Mischfonds : Gold, Aktien und Häuser im Depot

Es klingt nach einem Rundum-Sorglos-Paket: Geld in einen flexiblen Mischfonds investieren und abwarten. Diese Investmentfonds umfassen mehrere Anlageklassen, zum Beispiel Aktien, Rentenpapiere, Anleihen, Immobilien oder Rohstoffe.

Ein Fondsmanager lenkt: Sinken die Aktienkurse, schichtet er das Geld um – etwa in Immobilien. Steigt der Goldkurs, dann verteilt der Fondsmanager die Mittel und setzt zum Beispiel weniger auf Rentenpapiere.

„Mischfonds bieten Verbrauchern eine diversifizierte, also vielfältige, Anlagestrategie zum Vermögensaufbau“, sagt Thomas Mai von der Verbraucherzentrale Bremen. Möglich ist das in der Regel schon mit relativ geringen Sparraten. Das Spannende: In einem Mischfonds können riskantere Aktien mit ertragsärmeren Anleihen gemischt werden, erklärt Sylvie Ernoult vom Bundesverband deutscher Banken mit Sitz in Berlin. Er eigne sich aber vor allem für die langfristige Geldanlage. „Wie bei sonstigen Aktien oder Fonds auch sollten Schwankungen ausgesessen werden können und der Anlagehorizont weit gezogen sein“, so Ernoult. Wer kurzfristig Mittel benötigt, für den bieten sich Mischfonds eher nicht an.

Manche Mischfonds sind eher defensiv ausgerichtet, andere offensiv – wieder andere sind ausgewogen oder flexibel. Aus den Anlagerichtlinien eines Fonds geht hervor, in was genau der Fondsmanager investiert. So kann beispielsweise ein hoher Aktienanteil von vornherein festgeschrieben sein, für einen anderen Fonds ein höherer Anteil an Anleihen.

Anlegern hilft es, zu wissen, welcher Typ sie sind: Weist ein Mischfonds etwa einen sehr hohen Aktienanteil auf, dann kommt er für einen sicherheitsorientierten Anleger womöglich nicht in Frage. In manchen Mischfonds machen die Anlagerichtlinien dazu keine Vorgaben. Der Fondsmanager kann dann flexibel auf jede Marktlage reagieren und handeln.

Was für einen Mischfonds spricht: Anleger brauchen sich nicht selbst zu kümmern – der Fondsmanager mit seinen Kenntnissen und Erfahrungen regelt alles. Zudem gelten Mischfonds, die Anleihen und Aktien mischen, als sicher. Aber lohnen sie sich unter dem Strich tatsächlich? „Nein“, sagt Verbraucherschützer Mai. Mischfonds schaffen es nach seinen Angaben allenfalls phasenweise, die Wertentwicklung eines vergleichbaren Finanzprodukts zu übertreffen.

„Das Hauptproblem ist die Höhe der laufenden Kosten“, betont Mai. Sie beginnen ihm zufolge meist bei 1,5 Prozent pro Jahr und liegen teilweise deutlich über zwei Prozent. Hinzu kommen noch Ausgabeaufschläge. Vor allem der Verwaltungsaufwand ist teuer: Denn um das Risiko zu streuen, werden verschiedene Anlageklassen bedient. Anleger sollten auch bedenken, dass ein mehr oder weniger großer Teil des Geldes in Anleihen investiert wird, die nur geringe Renditeaussichten haben. „Wenn der Erwerb von Fondsanteilen auch noch fünf Prozent kostet, dann steht das für Anleger insgesamt in keinem ausgewogenen Verhältnis“, so Mai. Aus seiner Sicht gibt es nur wenige gute Mischfonds mit geringen Kosten um die 1,5 Prozent, die mit einem vergleichbaren Finanzprodukt mithalten können.

Wer trotz der Kosten in einen Mischfonds investieren will, sollte mit Bedacht vorgehen. „Wenn man ein Angebot liest und sich denkt, dass das ein toller Fonds ist, dann bloß nicht gleich kaufen“, rät Christian Exner von der WBS Hünicke Vermögensverwaltung GmbH in Düsseldorf. Er empfiehlt, sich das Factsheet zu dem Fonds in Ruhe durchzulesen und sich zu überlegen, ob der Fonds tatsächlich zum eigenen Anlageverhalten passt.

„Wichtig ist auch, sich anzuschauen, wie sich der Fonds in den vergangenen drei bis fünf Jahren entwickelt hat“, so Exner. Welche Renditen wurden erzielt, wie stabil war der Fonds in schwachen Marktphasen? „Je konsistenter sich ein Fonds über eine längere Zeit in seiner Entwicklung zeigt, desto besser für den Anleger“, betont Exner.

Anleger sollten nach seinen Angaben auch darauf achten, ob über die Jahre hinweg immer der gleiche Fondsmanager in Verantwortung war. „Ist dies der Fall, dann ist dies ein gutes Zeichen“, sagt Exner. Es zeigt, dass langfristig gedacht und mit dem Fonds eine feste Strategie verfolgt wird. Weniger positiv ist es, wenn der Fondsmanager ständig wechselt – „ein Wechsel bringt immer Veränderung, womöglich eine neue Strategie und damit letztendlich auch ein Stück Unsicherheit mit“, erklärt der Finanzexperte.

Alternativen zum Mischfonds

Zu einem Mischfonds gibt es aber Alternativen: „Günstiger ist es, eine eigene Mischung vorzunehmen, etwa aus Aktien-ETFs und Festgeld- und Tagesgeldern oder Renten-ETFs“, erklärt Verbraucherschützer Mai. Dann muss der Verbraucher ebenfalls nicht aktiv eingreifen. Mai nennt Beispiele: Ein Anleger könnte jeweils 50 Prozent seines Geldes in einen weltweiten Aktien-ETF und in Festgeld investieren oder es auf einen weltweiten Aktien-ETF und einen Renten-ETF aufteilen. „Andere Mischverhältnisse sind ebenfalls möglich“, so Mai. Vor dem Kauf solle man sich aber gut informieren.

(dpa)