Bundesliga-Auftakt

FC-Profis kämpfen um die Startaufstellung

Hart umkämpft waren die Derbys zwischen Köln und Mönchengladbach immer. Zuletzt verlor der FC im April im eigenen Stadion 2:3. Hier duellieren sich Milos Jojic (rechts) und Nico Elvedi.

Hart umkämpft waren die Derbys zwischen Köln und Mönchengladbach immer. Zuletzt verlor der FC im April im eigenen Stadion 2:3. Hier duellieren sich Milos Jojic (rechts) und Nico Elvedi.

KÖLN. Mit großer Intensität haben die Spieler des 1. FC Köln das Training in dieser Woche absolviert. Alle haben dabei ein Ziel: Einen Platz in der Startaufstellung gegen Borussia Mönchengladbach.

Viel zu sehen bekamen die etwa 400 Zuschauer rund um den Trainingsplatz des 1. FC Köln bei der Übungseinheit am Donnerstag nicht. Einige regenerative Einheiten sowie lockere Spielchen mit dem Ball, das war’s. Die Zeit des Schuftens und des Volldampffußballs war für die FC-Profis vorbei. Am Freitag und Samstag wird hinter verschlossenen Stadiontüren noch im taktischen Bereich getüftelt, dann kommt das sonntägliche Derby in Mönchengladbach.

Anders war es in den Tagen davor. Bei diversen Spielformen schonten sich die Spieler nicht, führten harte Zweikämpfe, als gelte es, Meisterschaftspunkte zu sammeln. Denn jeder wollte sich den Trainern von seiner besten Seite zeigen und für eine Aufstellung in der Startelf punkten.

„Natürlich ging es in den Einheiten um die Plätze fürs Spiel“, bestätigte Peter Stöger. „Jeder wollte sich zeigen. Als Trainer kann ich mir vorstellen, wie intensiv eine Einheit sein soll. Ob es dann wirklich so umgesetzt wird, hängt vom Einsatz der Spieler ab. Das, was sie in dieser Woche gezeigt haben, war schon in meinem Sinn.“

Auffälliger Bittencourt

Zu den auffälligsten Spielern zählte zuletzt Leonardo Bittencourt. Er gestaltete für seine Mannschaft das Offensivspiel und dirigierte lautstark die Mitspieler. Was den körperlichen Einsatz betraf, so ging er dabei offenbar bis in den Grenzbereich. Denn am Mittwoch klagte er über leichte Muskelprobleme, trainierte nur individuell. Auch am Donnerstag absolvierte er eine spezielle Einheit mit Rehabilitations-Trainer Marcel Abanoz.

Dazu gesellten sich die im Aufbautraining befindlichen Yuya Osako und Thomas Kessler sowie Milos Jojic. Auch bei ihm zwickte die Muskulatur. Er könne nicht sagen, wie ihre Einsatzchancen stünden, so Stöger. Einem möglichen Verdacht, die Verletzungen seien taktischer Natur, widersprach der Trainer jedoch.

Bedauerlich fand derweil Matthias Lehmann den Zeitpunkt des Derbys. „Da ist man froh, dass es nach der langen Vorbereitung endlich mit den Pflichtspielen losgeht, und dann muss man bis zum Sonntagabend warten, bis alle anderen gespielt haben“, klagte der Kapitän. Die Vorfreude aufs Derby lasse er sich dennoch nicht vermiesen. Er habe aber festgestellt, dass das stets brisante und mit viel Zündstoff angereicherte Duell diesmal nicht so im Fokus des Fan-Interesses stehe. Es störe ihn etwas, dass nur über die erst in vier Wochen beginnenden Europapokalspiele gesprochen werde.

Stöger lobt Hecking

In der Mannschaft sei das anders. Da konzentrierten sich die Spieler ganz auf den Bundesligaauftakt, unterstrich Stöger. Aus seiner Sicht sei es auch nicht so verkehrt, direkt auf einen so starken Gegner wie Gladbach zu treffen. Den könne man recht gut einschätzen. Man kenne die meisten Spieler und die Arbeit von Trainer Dieter Hecking. Dem zollte der Wiener Lob dafür, die Borussia in der letzten Saison wieder in die Spur bekommen zu haben.

Sich mit solch einem Gegner zu messen, sei eine schöne Aufgabe, so Stöger weiter. Darauf freue er sich, deshalb verspüre er aber noch kein spannungsgeladenes Kribbeln, wie ein Interviewer von ihm wissen wollte: „Das wäre ja schlimm, das Spiel ist doch erst am Sonntag. Drei Tage Kribbeln hält mein Körper nicht aus.“