27. Morenhovener Lupe

Je oller, je doller - Bill Mockridge ist Preisträger

Je oller, je doller.

SWISTTAL-MORENHOVEN. Best Ager oder Rest-Ager? Dererlei Fragen stellt sich gerne der Schauspieler und Kabarettist Bill Mockridge. Dieses Jahr erhält der Künstler die Morenhovener Lupe. Die "Morenhoverner Kabarett-Tage" finden zum 27. Mal statt. Sie starten am 2. September 2014.

Dem Rasensportturnier in Brasilien könnte er zurzeit ganz locker zusehen; zurückgelehnt und mit verschränkten Armen. Schließlich ist sein Geburtsland Kanada ja nicht in der Konkurrenz.

Wer nun aber Bill Mockridge kennt, dürfte wissen, dass in ihm viel zu viel Energie steckt, um einfach so in der Ecke zu sitzen. Je oller, je doller: Gäbe es den Spruch nicht schon, hätte Mockridge direkt mit Erscheinen seines gleichnamigen Buches 2012 ein Patent darauf anmelden können.

Best Ager oder Rest-Ager? Mit der Antwort auf diese Frage beschäftigt sich der 66-jährige Schauspieler, Regisseur und Kabarettist - Gründer des Springmaus Improvisationstheaters mit Sitz in Bonn-Endenich - nun schon seit einigen Jahren.

Die Titel seiner Soloprogramme sprechen für sich: "Leise rieselt der Kalk", "Ihr Zipperlein kommet" und "Rostig, rostig, trallalallala". Im Jahr 2009 gab Bill Mockridge sein Debüt in Morenhoven mit einem Best of, empfahl sich dem Publikum mit Gusto und Verve, Warmherzigkeit und einer erfrischenden Portion Selbstironie.

Dies steht auch am Samstag, 29. November, bei der feierlichen Verleihung der 27. Morenhovener Lupe im Krea-Forum, zu erwarten.

"Der Künstler ist anwesend" heißt es dort zum Start der Saison am 2. September. Jürgen Becker lädt zu einem munteren Parforceritt durch die Kunstgeschichte ein. Gefolgt am 24. Oktober von Ken Bardowicks, der sich mit seiner besonderen Mischung aus Zauberei und Kabarett auch in Morenhoven eine treue Fangemeinde erobert hat.

Diesmal gibt er den charmanten Gentleman-Betrüger mit skurrilen Geschichten und visuellen Effekten. "Nicht jammern, klatschen", lautet die Devise von Klaus-Jürgen "Knacki" Deuser - Erfinder des Comedy-Formats "Nightwash" -, der in seinem Stil an die klassisch amerikanische Art der Moderation erinnert.

"That's Entertainment": am 25. Oktober live im Krea-Forum. Werner Koczwara muss man dort nicht mehr vorstellen. Der Schwabe vollbringt Programm für Programm das einzigartige Kunststück, der Juristerei ihre mitunter unfreiwillig komischen Seiten abzugewinnen und blickt dabei zurück auf die ersten Tage alles Irdischen.

Und wen wundert's: "Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt" geht nunmehr schon in die zweite Instanz. Mehr dazu am 7. November. "Volume 2" legt auch Publikumsliebling Erwin Grosche vor, der schon seit 1991 dabei ist und am 8. November mal wieder reinschaut, um die Fortsetzung seines "Warmduscherreports" abzuliefern.

Matthias Reuter, Musikkabarettist aus Oberhausen, widerlegt am 14. November ein für allemal die These, der Home sapiens sapiens sei die Krone der Schöpfung und stellt in dem seiner Heimatstadt eigenen lakonischen Tonfall fest: "Die Menschen sind ne Krisenherde".

Und um die Frage von Dietrich "Piano" Paul im Voraus zu beantworten. Ja, Journalisten können denken, sind auch gar nicht weiter nachtragend und empfehlen daher nichtsdestotrotz diesen Abend am 15. November. Um es sich eine Woche später, am 21. November, von Jens Neutag "schön scharf" anrichten zu lassen.

Sozusagen als Vorgeschmack auf die "Schlachtplatte" am 11. Januar 2015, wenn er gemeinsam mit den Kollegen von Onkel Fisch, mit Robert Griess und Mattias Reuter das Jahr 2014 seziert.

Schwarz wie die Tasten seines früheren Instruments ist der Humor des vormaligen Organisten Uli Masuth. Sarkasmus ist sein wahres Metier. Wenn er also am 22. November anhebt zu verkünden "Und jetzt die gute Nachricht", ist eine gewisse Skepsis doch wohl angebracht.

Wohingegen Henning Schmidtke sich an den schönen irischen Spruch hält "Als Gott die Zeit erschuf, machte er genug davon" und mal danach fragt, warum wir eigentlich immer glauben, möglichst abgehetzt wirken zu müssen, damit man uns für voll nimmt. Selbst schuld, meint Schmidtke und erklärt am 28. November, warum.

Lars Redlich ist neu in Morenhoven, und Lars Redlich ist soetwas wie ein Geheimtipp, der aber laut Klaus Grewe vom Vorstand der Initiative KuSS (Kultur und Spektakel im Swisttal) nicht allzu lang geheim bleiben dürfte. Ein Multiinstrumentalist, der am 5. Dezember sicher noch für manche Überraschung sorgen wird.

Bevor das Jahr 2014 am 6. Dezember geradezu majestätisch ausklingt. Mäc Härder erklärt sich zum "König von Franken" und macht Ludwig II. Konkurrenz. Zwar war der Kabarettist aus Bamberg schon zwei Mal in Morenhoven, aber seinerzeit doch irgendwie ein wenig bescheidener, oder?

 

Kabarett-Tage 2014: Das Programm

  • Dienstag, 2. September: Jürgen Becker - "Der Künstler ist anwesend"
     
  • Freitag, 24. Oktober: Ken Bardowicks - "Quickies"
  • Samstag, 25. Oktober: Klaus-Jürgen "Knacki" Deuser - "Nicht jammern - klatschen"
     
  • Freitag, 7. November: Werner Koczwara - "Am achten Tag schuf Gott den Rechtsanwalt"
  • Samstag, 8. November: Erwin Grosche - "Warmduscherreport, Volume 2"
  • Dienstag, 11. November: Konrad Beikircher "Die Varus-Schlacht im Teutoburger Wald"
  • Freitag, 14. November: Matthias Reuter - "Die Menschen sind ne Krisenherde"
  • Samstag, 15. November.: Dietrich Paul - "Können Journalisten denken?"
  • Freitag, 21. November: Jens Neutag - "Schön scharf"
  • Samstag, 22. November: Uli Masuth - "Und jetzt die gute Nachricht"
  • Freitag, 28. November: Henning Schmidtke - "Hetzkasper. Zu blöd zum Burnout"
  • Samstag, 29. November: Feierliche Verleihung der 27. Morenhovener Lupe an Bill Mockridge
     
  • Freitag, 5. Dezember: Lars Redlich - "Lars but not least!"
  • Samstag, 6. Dezember: Mäc Härder - "König von Franken"
     
  • Sonntag, 11. Januar 2015: Schlachtplatte - "Die Jahresendabrechnung"

Beginn ist jeweils um 20 Uhr im Krea-Forum. Konrad Beikircher tritt im Bonner LVR-Landesmuseum auf. Karten: www.morenhovener-kabarett-tage.de