Rotweinmetropole: Tausende Besucher bei Winzerfestzug in Ahrweiler

Rotweinmetropole : Tausende Besucher bei Winzerfestzug in Ahrweiler

Tausende von Besuchern säumen bei strahlendem Sonnenschein den Zugweg der neuen Burgundia Annika Schooß.

Mit dem Marsch „Ins Land hinaus“ sorgte die Musikvereinigung Bad Neuenahr-Ahrweiler schon vor Beginn des Ahrweiler Winzerfestumzugs gut gelaunt für Aufsehen. Andersrum wäre eigentlich richtig gewesen, denn es zog es die Besucher eindeutig ins Städtchen hinein. Zwischenzeitlich bildeten sich Schlangen an den Maut-Stationen. Am Ahrweiler Niedertor waren trotz Nachschub-Organisation irgendwann die Festgläschen aus. „Das hatten wir noch nie“, sagte Bürgerschütze Bernd Lück, der seit sechs Jahren Dienst am Niedertor tut. Auch Diskussionen um die Maut-Erhebung hielten sich sehr in Grenzen.

„Super Wetter, ein tolles Publikum und viele friedliche Besucher. Bisher bin ich mit dem Winzerfest-Verlauf vollauf zufrieden“, strahlte die Vorsitzende des Arbeitskreises Weinfest Ahrweiler, Steffi Koll-Bensberg, während des Festumzugs und nach allen Diskussionen, speziell wegen des gestrichenen Umzugs am Samstag. „Die Stadt war am Samstag so voll wie sonst auch, und auch von den Betreibern der Weinfeststände habe ich nichts von Einbußen gehört“, stellte Dieter Franke fest, der seit 21 Jahren auf dem Marktplatz das Umzugsgeschehen kommentiert.

Koll-Bensberg und Franke konstatierten, dass nach dem Winzerfest nochmals über die Neuerungen gesprochen werden solle, es ihrer Einschätzung nach wohl aber bei dem einen Umzug am Sonntag bleibe. Wie wohl die meisten, hatte auch eine Gruppe aus Hamm in Westfalen „überhaupt nichts gegen die Maut von drei Euro einzuwenden. Schließlich kriegt man ja auch was dafür“. Ganz angetan waren sie bei ihrem ersten Besuch in Ahrweiler vom Ambiente und der Stimmung. Die wurde im Umzug manchmal sogar richtig jeck. „Kölle Alaaf“ sangen viele Besucher mit der holländischen Musikkapelle „De Joekels“.

Unter den Augen der Großeltern

Jubel brandete immer wieder für Burgundia Annika Schooß auf, die ihren Umzug „einfach nur genießen“ wollte und das offensichtlich auch tat. „Ich könnte heulen. Es ist ein Traum“, sagte ihr Vater Thomas Schooß und lachte. Auch Annikas Großeltern waren mit von der Partie und feierten mit vielen Verwandten und Freunden auch das 65-jährige Bestehen des zur Familie gehörenden Weinguts Kriechel. Sonderbeifall gab es für Bernd Krah. Nicht nur, weil er als Bacchus auf dem Fass thronte, sondern auch, weil er als fast alleiniger Wagenbauer für die aufwendigsten Bauten im Umzug verantwortlich zeichnete: So rollten die Schützen mit einem Modell der Sebastianus-Glocke an, die sie zu ihrem 600. Geburtstag gestiftet hatten, und auf dem Wagen der Kfd drehte sich eine Kopie des Mühlrads am Obertor.

Aus unzähligen Blüten gesteckt waren unter anderem die riesige Kiepe mit Trauben der Kolpingfamilie und das mannshohe Herz, das Goldjubilarin Hildegard Willerscheid, geborene Ulrich, einrahmte. Silberjubilarin Alexandra Rohleder, geborene Küls, hingegen wartete mit einer Flasche des Jahrgangs 1992/93, gestaltet aus 1500 Korken, auf, und die „Mönche“ vom Kloster Marienthal mit einer rollenden Ruine im Maßstab 1:7.

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