"7 auf einen Streich": Volkswanderung im Siebengebirge bricht alle Rekorde

"7 auf einen Streich" : Volkswanderung im Siebengebirge bricht alle Rekorde

Insgesamt 1923 Teilnehmer machen sich bei der Volkswanderung des Skiclubs Bad Honnef am Sonntag auf den Weg, um die sieben Berge zu erklimmen.

Sieben auf einen Streich wollten sie „erlegen“ – und sie waren einfach nicht mehr zu halten. Um 7.20 Uhr schickten Wanderwartin Gisela Todaro und ihre Vize Margret Degen den ersten Teilnehmer der Volkswanderung „7 auf einen Streich“ des Skiclubs auf die „Reise“ über die sagenhaften sieben Berge, obwohl der offizielle Startschuss erst um 8 Uhr fallen sollte. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, meinte Vorsitzender Matthias Hupperich. Gleichzeitig mit seiner 60 Mitglieder starken Helfertruppe trafen bereits die ersten Wanderer am Startplatz an der Endhaltestelle vor 7 Uhr ein. Ein „Frühstart“ der Massen. Bevor sich die „Besenwagen“-Truppe zum Einsammeln der Richtungsschilder kurz nach zehn in Bewegung setzte, zählte der Skiclub-Chef 1923 Teilnehmer, so viele wie nie zuvor in 47 Jahren.

Die bisherige Bestmarke von registrierten Wanderern im Jahr 2017 wurde gleich um 398 Teilnehmer überboten. Hupperich: „Ich bin überwältigt.“ Irgendwann mussten die Veranstalter passen – so viele Medaillen hatten sie einfach nicht prägen lassen. Aber: Hunderte von Medaillen aus früheren Jahren wurden zum Trost im Ziel verteilt. So gab es doch noch Edelmetall, auch für „Spätzünder“.

Erste Wanderer kamen um 7 Uhr

Um 8.20 Uhr schickte Thomas Kortmann an Startkartenausgabe II bereits Wanderer Nummer 599 auf die Reise. Eine Stunde später standen immer noch zwei um die hundert Meter lange Schlangen vor den Anmeldeständen und warteten geduldig auf ihre „Papiere“. Heike Schmitz: „Bei diesem Traumwetter ist das Warten kein Problem.“ Mit ihrem Vater Rolf Schmitz ist die Dollendorferin seit Jahren regelmäßig bei der Skiclub-Wanderung dabei. „Das ist ein fester Termin für uns – die frische Luft und die blühende Natur begeistern uns. Wir haben Spaß und quatschen viel, hinterher lassen wir den Tag beim Essen ausklingen.“

Neu bei „7 auf einen Streich“ waren sechs Freunde aus Brüggen. Dietmar Lemke: „Wir haben uns für den Rhein-Ahr-Marsch über 50 Kilometer angemeldet. Von den Organisatoren wurde die Wanderung des Skiclubs als Training empfohlen.“ Mit ihm und seiner Frau Vera, Manfred und Gabi Kesternech sowie Heinz und Inge Mauer waren auch die Hunde Sera, Lilli und Josch am Start. „Als Kinder waren wir mit dem Esel auf dem Drachenfels, als Wanderer kennen wir das Siebengebirge noch nicht. Aber wir sind im Training. Die Höhenmeter hier bei diesen Temperaturen sind sicher anstrengend“, meinte Heinz Mauer. Lachend fügte er an: „Wenn einer nicht mehr kann, tragen wir ihn.“

26 DRK-Helfer an der Strecke

Aber für Notfälle standen die 26 Helfer des Roten Kreuzes bereit – mit drei Auto-Posten, einer Motorradstreife und drei Fußgruppen. Bereitschaftsleiter Jens Koelzer: „Ich bin von Rhein in Flammen erst um zwei Uhr nach Hause gekommen, jetzt wandere ich mit. Wir haben unsere Rucksäcke mit Funk, Pflaster und Verbandspäckchen dabei.“ Jugendliche des Skiclubs hatten am Abend zwar gefeiert, waren aber pünktlich da, um ihre Positionen an den Stempelstellen zu besetzen und bereiteten sich auf die hungrigen und durstigen Wanderer vor – unterwegs gab es Wasser, Erbsensuppe, am Ziel Kuchen und Deftiges.

Aneta Nedeljkovic aus Königswinter hatte 44. Geburtstag. Ihr Wunsch: die Wanderung. Tochter Mia, Mama Melissa Mitrovska und Freundin Neda Yavari machten sich mit ihr auf den Weg. Aus Niederkassel kamen Thomas Bugl mit Sohn Julian sowie Ralf und Anabela Oberheim mit Sohn Tiago. „Die beiden Jungs haben uns motiviert.“ Die kleinen Judokas waren extra früh aufgestanden.

„Ich habe vier Stunden und 37 Minuten gebraucht“, berichtete Stephan Wirtz aus Bergheim, einer der ersten Rückkehrer an der Wiese nahe des Bootshauses. Der Neuling schwärmte auch: „Es war wunderbar. 2019 bin ich wieder dabei.“ 26 Studenten aus Aachen und zwölf Lehrer aus Köln waren gemeinsam unterwegs. Zwei Wanderer erreichten bereits nach drei Stunden und 15 Minuten das Ziel – auch dies ein Rekord. Rekordmäßig belegt war am Sonntag allerdings auch der Parkraum an der Endhaltestelle.

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