Umbau der Uferpromenade in Bad Breisig: Mehr Kurven, Beete und Aussichtspunkte

Umbau der Uferpromenade in Bad Breisig : Mehr Kurven, Beete und Aussichtspunkte

Bad Breisig plant die Neugestaltung der Rheinpromenade für 1,8 Millionen Euro. Für das Projekt gibt es eine breite Mehrheit, aber die SPD hält die Maßnahme für überflüssig.

Die Rheinpromenade in Bad Breisig soll umgestaltet werden. Erste Pläne wurden bereits vor zwei Jahren in Fachausschüssen, im Rat sowie in einer Bürger- und Anliegerversammlung diskutiert (der GA berichtete). Gewünschte Änderungen flossen ein. Nun wurde im Bauausschuss ein überarbeiteter Entwurf präsentiert. Während eine breite Mehrheit mit der angedachten Attraktivitätssteigerung sehr einverstanden ist, formiert sich eine Minderheit zum Widerstand.

„Die Maßnahme ist völlig überflüssig“, so der SPD-Fraktionsvorsitzende im Bad Breisiger Stadtrat, Bernd Lang. Auch die FWG zeigte plötzlich wenig Begeisterung: „Erst sollte mal der marode Parkplatz an den Römer-Thermen in Ordnung gebracht werden. Für die Rheinpromenaden-Maßnahme fehlt uns einfach das nötige Kleingeld.“

Längst hat die Verwaltung die für eine sensible Uferumgestaltung erforderlichen Genehmigungen und Abstimmungen mit anderen Behörden eingeholt. Die Weichen für eines der wichtigsten Vorhaben wären also eigentlich gestellt, zumal es erhebliche Zuschüsse aus dem Fördertopf „Aktive Stadtzentren“ gibt. Rund zwei Drittel der auf etwa 1,8 Millionen Euro geschätzten Kosten werden nicht von Bad Breisig, sondern vom Land aufgebracht.

Neugestaltung in vier Abschnitten

In vier Bauabschnitten soll die rund 800 Meter lange Promenade komplett neu gestaltet werden. Ein Knackpunkt war dabei von Anfang an der Bundesradfahrweg. Das Ziel: Radwanderer sollten eingeladen werden, auf ihrem Weg von Köln nach Koblenz oder umgekehrt in Bad Breisig und der dortigen Gastronomie Halt zu machen. Wie eine Rennbahn, flankiert von Alleebäumen, zieht sich derzeit das Asphaltband an der Außengastronomie vorbei: Kaum gibt es Veranlassung, zu verweilen oder Aussichten zu genießen.

Mit einer neuen – eher kurvenreichen – Wegeführung, mit versetzten Bäumen, zusätzlichen Pflanzflächen, kleinen und großen Aussichtspunkten, Terrassen und Stufenanlagen, die zudem in der Dunkelheit romantisch beleuchtet werden sollen, wird nach den Vorstellungen des Bad Breisiger Planers Horst Huhmann reichlich Anreiz geschaffen, in aller Ruhe über die Promenade zu schlendern und das Landschafts- und Gastroangebot zu genießen.

Beginn der Bauarbeiten zwischen Hotel „Vier Jahreszeiten“ und Kurpark könnte bereits im nächsten Frühjahr sein. Vorausgesetzt, das Land erkennt die Planung und ihre Förderungswürdigkeit an. Da die vier Bauabschnitte nacheinander und nicht in einem Zuge abgearbeitet werden sollen, ist mit einer Gesamtfertigstellung im Jahr 2019 zu rechnen.

Gedrosselte Begeisterung der FWG

Michael Dühr von der CDU sprach von einer „sehr gelungenen Planung“. Eine Meinung, die von seiner Fraktion geteilt wurde. Anders die SPD: Sie hält die Umgestaltung grundsätzlich für völlig überflüssig. Auch die FWG zeigt nur noch gedrosselte Begeisterung: Die Radfahrer würden trotzdem an den Kneipen vorbeifahren. Zudem gebe es wichtigere Baustellen in der Stadt. Außerdem: Erst vor zwanzig Jahren sei ein Teilabschnitt der Promenade neu gestaltet worden. Da, wo es wirklich dringend nötig sei, so FWG-Sprecher Walter Erben, dürfe es Verbesserungen geben, einer kompletten Erneuerung könne man jedoch nur wenig abgewinnen.

Bürgermeisterin Gabriele Hermann-Lersch hielt dagegen, dass die Neugestaltung auch eine Wertsteigerung für die Stadt darstelle. Elmar Lersch (CDU) meinte: „Wenn wir jetzt die große Chance haben, mit erheblichen Fördermitteln das wichtigste Herzstück unserer Stadt neu zu gestalten, dann sollten wir sie auch ergreifen.“ So sah es auch die Mehrheit im Ausschuss.

Die neuen Planungen sollen nun nach Prüfung durch die Verwaltung dem Zuschussgeber vorgelegt werden. Gibt er „grünes Licht“, kann die Umgestaltung der Rheinpromenade in Angriff genommen werden, wenn im Rat aus der derzeitigen Minderheit der Umgestaltungsgegner nicht noch eine Mehrheit werden sollte.