Von Barock bis Popmusik: Verschneite Frühlingsklänge

Von Barock bis Popmusik : Verschneite Frühlingsklänge

Orchester der Evangelischen Kirchengemeinde Meckenheim-Merl spielte auf Einladung der Künstlergilde.

Mit einem bunten Strauß an frühlingshaften Melodien hat das Orchester der Evangelischen Kirchengemeinde „Die Arche“ aus Meckenheim-Merl auf Einladung der Are Künstlergilde in der Konzerthalle im Kurpark Bad Neuenahr konzertiert. Von Barock bis Popmusik konnte das Publikum für eine Stunde den Stress des Alltags hinter sich lassen und im Ambiente einer Kunstausstellung den Klängen von jenseits der Kreisgrenze lauschen.

Es begann mit einem Klassikkracher, einem Evergreen, der fast schon popmusikalische Berühmtheit genießt: In Johann Pachelbels Kanon und Gigue in D-Dur konnten sich die Besucher erstmals von der Musik forttragen lassen. Auf immer gleichem Bassfundament entwickelt sich die Melodie ins scheinbar Endlose, um dann in der kurzen Gigue zu einem versöhnlichen Ende geführt zu werden. Warmer Applaus war den Musikern aus der Voreifel vom ersten Stück an sicher. In einem großen zeitlichen Sprung ging es auf den Umbruch zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert. Béla Bartóks „Rumänische Volkstänze“ entführten in das traditionsreiche Osteuropa.

"Stabtanz", "Stampfer" und "Horn-Tanz"

Hinter fremden Namen wie „Jocul cu bata“, „Pe loc“ und „Buciumeana“ versteckten sich zumeist Tänze wie der „Stabtanz“, der „Stampfer“ oder ein „Horn-Tanz“. Aus dem Osten ging es ohne Unterbrechung direkt in den Norden. Edvard Griegs Melodien „Hjertesar“, „Varen“ und „Ases Tod“ sind weltbekannt und verfehlten auch vor der Kulisse des Kurparks nicht ihre Wirkung. Höhepunkt des Nachmittags war die orchestereigene Suite, die von Georg Heike als Geschenk an das Ensemble komponiert wurde.

Über sphärischen Einklängen, Akkorden und Melodien kulminiert das Stück in drei kurzen emotionalen Ausbrüchen – zornig, heiter, geheimnisvoll –, um dann in einer Bearbeitung des Kirchenliedes „Es kommt ein Schiff, geladen“ seinen Abschluss zu finden. Passend zum derzeitigen Vorfrühling spielten die Musiker unter dem Dirigat von Paul Lauwers „The old Bachelor“ – Musik des Barockkomponisten Henry Purcell zur gleichnamigen Komödie von William Congreve. In seiner Abfolge von schnellen und langsamen Stücken kann man förmlich den gehörnten Heartwell dabei beobachten, wie er durch eine verschneite Frühlingslandschaft stapft und nur hin und wieder Tanzmusik vernimmt. Mit dem Schluss-Jig bleibt zwar die Geschichte weiterhin tragisch, wird auf die leichte Schulter genommen.

Die leichte Note zum Schluss boten zwei südländische Kompositionen, die schon die Hitze des Sommers vorahnen ließen. „El choclo“ und „El conejito escondito“ aus der Feder von Regine Nosske ernteten Freude und langanhaltenden Applaus. Für das Publikum gab es danach noch Roy Orbisons „Oh, Pretty Woman“ aus dem gleichnamigen Film als Zugabe und für die Musiker von Gildenpräsidentin Eva-Maria Kreuter einen edlen Tropfen für den nächsten Probenabend.